Als meine Kinder noch viel kleiner waren, haben sie „Car City“ geschaut.
Es ist eine Animationsserie mit – zugegebenermaßen sehr einfachen – Computeranimationen von personifizierten Fahrzeugen, die in einer kleinen, weitgehend von der Umwelt abgeschlossenen Stadt ihre Abenteuer erleben. Fernsehen für die ganz Kleinen: Einfache Sprache, einfache Inhalte, schreiend bunte Farben und sehr generisch. Es gibt keinen Erzählstrang über Folgen hinweg. Für Erwachsene schwer zu ertragen und ehrlich gesagt für Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren auch nicht wirklich zum ausschweifenden Konsum empfohlen.
Aber dann ist da doch etwas, das meine Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Von der Nutzung her ein typisch amerikanischer und von dortigen Eltern gefürchteter „Candy Truck“, von technischer Seite her aber interessanterweise nicht auf Basis der sonst meist in Amerika verwendeten „Step Vans“ (einer Art Kurzstrecken-Paketauto mit spezifischem Aufbau, wie wir sie in Deutschland vor allem von UPS kennen), sondern einer von uns geliebten Dreirad-Konfiguration.
Darf ich vorstellen: Carrie. Sie ist ein dreirädriges Fahrzeug mit Aufbau zum Verkauf von Süßigkeiten. Ob Carrie nun so heißt, weil sie sich um die anderen Charaktere kümmert und sie mit Süßigkeiten versorgt („to care for“) oder weil sie ein Lieferwagen ist („to carry“) – keine Ahnung. Vielleicht beides.

Die Frage ist nun: Was genau ist Carrie eigentlich?
Das nächstliegende reale Pendant zu diesem animierten dreirädrigen Süßigkeitenwagen ist höchstwahrscheinlich wirklich eine Piaggio Ape, insbesondere eine der kleinen Kastenwagen-Varianten.
Was dafür spricht:
- Dreirädriges Layout: Die Ape hat ein einzelnes Vorderrad und zwei Hinterräder – genau wie Carrie.
- Kompakte Bauweise: die kurze, schmale Kabine.
- Häufig als Verkaufswagen genutzt: In der Realität dienen Piaggio-Ape-Fahrzeuge oft als Eis-, Kaffee- oder Süßigkeitenwagen.
- Verspieltes Design: Bunt lackierte und individuell gestaltete Ape-Fahrzeuge sind sehr beliebt und passen gut zum fröhlichen, cartoonartigen Look.
- Es gibt zahlreiche „Gelato“- oder Eiswagen-Umbauten auf Basis der Ape, die als mobile Verkaufsstände dienen, wie die am Strand von Quiberon oder die Pseudo-Pentaro in Südengland.
- Solche Umbauten haben oft Lautsprecher, auffällige Beschriftungen und Pastellfarben – ganz ähnlich wie im Bild.
Eine Ape 50 hätte eine gerade Front mit Knick und Carrie sieht mir zu groß aus. Eine Ape mit einer vorspringenden Motorhaube kenne ich nicht, das ist wohl künstlerische Freiheit.
Eine rundliche Form würde für eine ältere Ape oder eine Classic sprechen, aber dazu passen die beiden tief angesetzten Scheinwerfer nicht. Entweder wäre es eine Pharo Basso mit einem Scheinwerfer, oder die zwei Scheinwerfer wären weiter oben.
Am ehesten glaube ich von den Scheinwerfern her an ein Ape-Car als Vorbild, dort liegen die beiden Scheinwerfer tief. Ein Apecar oder eine TM haben dagegen aber keinen Kotflügel, den Carrie aber stolz in Kontrastfarbe vor sich her trägt.
Es bleibt schwierig. Vielleicht ist es doch ein generisches Dreirad. Oder es gibt eine Sorte von altem Dreirad, die ich noch nicht kenne. Das wäre spannend.
Hinweise in den Kommentaren sind gern gesehen!