Ein Meister seines Faches

In Bremerhaven waren wir mit dem Fahrrad und nicht der Calessino unterwegs. Aber kaum hatten wir an der Weser einen der seltenen Webcam-Caches gemacht, kamen wir ein Stück weiter die Weser hinunter an dieser neueren Ape 50 ZAPC81vorbei. Sie dient wohl dem Transport von Dingen zum Schiff, dass hier scheinbar dauerhaft vertäut liegt.

Aber sieh selbst: Was für ein Meister der Kunst des Einparkens war hier am Werk? Es passen gerade zwei Finger zwischen die Vorderkante des Kotflügels und der Reling. Nein, diese Kannte kann man vom Fahrersitz unmöglich einsehen! Nur eine Brettbreite bleibt hinten, um nicht mit dem Heck in den Uferweg zu ragen! Das ist eine Heldentat. Es wirkt, als wäre nicht diese Ape in diese Nische eingeparkt, sondern dieser Standplatz für genau diese Ape gebaut worden!

Münchener Arbeitsbienchen

In mattem schwarz gerollt, so steht sie da: Eine ältere 50er TL4T oder frühe TL6T steht in einer Seitenstraße der Milbertshofener Straße in München. Ich entdecke sie morgens auf dem Weg vom Hotel zu meiner Arbeit. Sie sieht aus wie eine echte Arbeitsbiene: Über 30 Jahre blickt sie mit Ihrem einsamen Scheinwerfer in die Welt und wurde nicht geschont. Eine Pritsche mit Gitter und etwas Ladung, die Kunststoffkotflügel ausgeblichen. Bisher hatte ich in München nur eine Werbe-Ape im Olympiapark gesehen, dieses Exemplar hat dagegen auch wirklich ein paar Meilen Straße gesehen.

Stärker könnte der Kontrast in der deutschen Stadt mit den höchsten Einkommen und den höchsten Quadratmeterpreisen nicht sein: Nur 10 min früher und einen Kilometer entfernt war ich erst an einem Schaufenster vorbeigelaufen, in dem ein Bugatti Veyron zum Verkauf angeboten wurde.

Oh, CentrO!

Vor Weihnachten wollten wir mit der RUHR.TOPCARD nach Oberhausen ins Spaßbad. Nein, nicht mit der Calessino – es regnet gefühlt seit Wochen und Oberhausen ist einmal durch das ganze Ruhrgebiet – da wäre man einen ganzen Tag mit fahren beschäftigt. Außer man nähme die Autobahn, was – also hypothetisch und rein rechtlich – mit der Calessino 200 erlaubt wäre!

Mit dem Auto also erst mal zum CentrO in den LEGO-Laden und dann etwas im Food Court essen, bevor es ins Schwimmbad geht. Wir haben uns extra einen Montag Vormittag ausgesucht und es war trotz Vorweihnachtszeit fast nichts los. Perfekt.

Nichts los galt dann auch für diese schöne Ape. Sieht toll aus, war aber geschlossen. Kein „Americano“ heute. Ich frage mich, wovon die Weißwandreifen so dreckig geworden sind – vom fahren kann es nicht sein. Viel kann sie noch nicht erlebt haben, was mit Straßenverkehr zu tun hat. Es ist eine ZAPC81 und damit quasi neu.

Die Scheinwerfermaske wurde lackiert, der Kotflügel auch – wie die ganze Ape in weinroter Sonderlackierung. Dazu Chromspiegel, Kantenschutz in Chrom, doppelte Dachgepäckträger, Maßgefertigter Aufbau – hier hat jemand viel Liebe zum Detail und Geld hineingesteckt. Nur, dass sie leider nicht fahren darf. Keine „Garage Queen“, sondern eine Verkaufs-Immobilie. Irgendwie schade.

Ape-Unter im Büsumer Hafen

Einen Tag in Büsum – und ich hätte nicht gedacht, hier auf eine Ape zu stoßen. Erst recht nicht auf einen ganzen Haufen.

Zunächst waren wir nach von ans Meer zum Büsumer Leuchtturm. Man, was war das ein Wind hier, der die Gischt vom Meer herüber bläst! Auf dem Deich konnte man nicht gerade stehen. Dazu war ich froh, dass es gerade einmal nicht regnete!

Eine weiße Ape 50 ZAPC81 trägt Werbung für ein Geschäft am „Lighthouse“-Hotel.

Um die Ecke steht in in einer Mauernische der Landseite des „Lichthouse“-Hotelkomplexes eine Ape 50. Es ist eine ZAPC81, das neueste Modell und damit keinesfalls älter als 5 Jahre. Aber schaurig anzusehen, wie sie schon rostet! Das ist wohl der Tribut an die salzige, gesunde Meerluft! Abnutzung kann es wohl nicht sein, denn ein Blick auf den Tacho verrät, dass diese Ape nie in den Genuss kam, die langen Gerade der norddeutschen Tiefeebene zu befahren. Wie sagt man in Friesland noch so schön: Da kannst Du morgens schon sehen, ob einer Nachmittags mit seine Ape zu besuch kommt. Dieses Bienchen hat nur ganze 31 km auf dem Zähler.

Nur 31 km, weiter hat diese arme Ape es noch nicht geschafft. Es ist eine echte Werbe-Queen. Sozusagen eine Immobilie.

Nun steht sich sich hier Ihren Weißwandreifen platt und nur der Besitzer weiß wohl, warum sie nur einen davon bekommen hat. Auf der Hinterachse weiterhin ei Schwarzfuss sein muss. Die unschuldige im weißen Gewand trögt wie zum Beweis Ihrer Jungfräulichkeit noch alle Angstnoppen auf ihrem Pneu.

Der einzige Weißwand-Reifen ist vorn montiert. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er trotz nicht-Benutzung noch Luft enthält, noch über alle Gummi-Noppen der Fertigung verfügt und ansonsten in der gesamten Umgebung das einzige Bauteil ohne Rostbefall ist.

In der Hafenstraße entdecke ich dann eine weitere Ape! Sie ist kaum zu übersehen in Feuerwehr-Rot mit gelben Warnstreifen und wieder ist es eine neue ZAPC81. Man könnte meinen, es sei eine Feuerwehr-Ape. Ja, sowas gibt es wirklich, zum Beispiel in Königswinter. Aber bei genauerem Hinsehen steht „FeWoWehr“ drauf und es ist doch nur eine Werbe-Ape wie so viele andere 50er auch. Nur hat sie ein echtes Blaulicht mit einem Reflektor und Lampe. Wie der Eigentümer das wohl genehmigt bekommen hat? Vermutlich gar nicht – und das liegt daran, dass eine Ape 50 ja keiner Pflicht zur Hauptuntersuchung unterliegt.

In der Hafenstraße steht eine „Fewowehr“-Ape.

Kurz bevor wir Büsum verlassen, schauen wir noch im Hafen vorbei, weil ich ein Bild vom Kutter „Hauke“ machen möchte, der am Kai liegt. Und was sehe ich da? Da ist ja noch eine von den roten Api, die gern bei der Fuerwehr sein wollen. Oder ist es die selbe von eben? Dann wäre sie schnell gefahren und eigentlich hätte ich sie auch hören müssen. Außerdem scheint sie nicht viel zu fahren, denn auch bei Google Street View steht sie schon an diesem Platz:

Bei Google Street View auch zu sehen: Die Fewowehr-Ape. Quelle: Google Street View.

Lange habe ich nachgedacht, ob es die selbe Ape ist oder ob es zwei oder mehr von dieser Sorte gibt. Das Nummernschild habe ich nicht fotografiert und daher habe ich immer mehr gezweifelt. Wenn es zwei Api wären, dann müsste man doch einen Unterschied finden können: Luigi und Andrea in Pontedera bauen ganz bestimmt nie zwei Api auf gleiche Weise zusammen, das kann nicht sein.

„Am Fischereihafen“ findet man Plötzlich einen Doppelgänger der „Fewowehr“-Ape.

Aber doch finde ich lange keinen Unterschied bis auf die andere Spiegel-Stellung. Aber das kann passieren, wenn man daran hängen bleibt. Selbst der Reflektor des Blaulichts ist in der gleichen Position stehen gelblieben. Sie gleichen sich wirklich von der Schraube bis zum Aufkleber.

Aber doch sind es zwei. Wer findet den Unterschied?

Italienische Verhältnisse in Belgien

Das „Amuni“ ist ein kleines italienisches Restaurant, ziemlich zentral gelegen am äußersten Zipfel des wunderschönen Platzes „De Burg“ in Brügge. Über die Qualitäten des Restaurants kann ich nichts sagen, ich bin nur aufmerksam geworden, weil diese schöne 50er davor stand. Genau das scheint ja auch die Aufgabe dieser Ape zu sein. Es müsste eine Ape 50 TL4T aus der ersten Hälfte der 90er Jahre sein – denn sie hat nur einen Scheinwerfer, ein flaches Dach und die einteiligen Seitenscheiben. Die Farbgebung passt gut zur Italienerin, oder?

Mit Ihrer vorderen, linken Ecke muss sie mal „was erlebt“ haben. „Was erleben“ kann man als Tourist hier sicher auch – obwohl es ein trüber Tag ohne riesigen Touristenandrang war, liefen dich ein paar scheinbar ziellose Typen auf dem Platz herum, die offensichtlich auf Touristen warten. Zu beobachten, wie einer eine einzelne Person ansprach, sich eben unauffällig umschaute nach dem Straßenschild um dann zu fragen, ob die Touristin ihm wohl sagen könnte, wie man zu genau diesem Ort kommen könnte – nicht verboten, aber „sketchy“. Definitiv DEFCON 3, denn es ist ein guter Grund für eine Frau, ihre Handtasche zu öffnen und das Handy heraus zu holen. Praktisch, dass der Mensch ein Fahrrad dabei hatte, oder?

Also: Geht hin nach Brügge – es ist eine wunderschöne Stadt. Passt nur auf, dass Euch niemand folgt…

Schöne, und gut erhaltenen 50er aus den 90er-Jahren. Kampfspuren zeugen davon, dass es wohl keine „Bordstein-Queen“ zur Werbung allein ist.

Die traurige, schwarze Ape

Der letzte und der erste Tag des Jahres sind traditionell Geocaching-Tage. Wir waren dazu im Norden von Dortmund unterwegs. Auf dem Weg fällt mir ein, dass wir noch keine Berliner haben – und durch Zufall kommen wir gerade an einer Bäckerei vorbei. Und davor steht eine kleine, schwarze Ape 50 ZAPC mit den alten Pressglas-Lampen.

Kurz bevor die Bäckerei die Türen schließt, bekomme ich noch die letzten Paar Berliner. Das macht mich froh – aber als ich mit der Beute aus der Tür komme, macht mich die Ape wieder ein Stück traurig – beim Blick auf den Tacho: Sie hat knapp 71 km darauf stehen!

Wie so viele Ihrer Leidensgenossinnen hat sie jemand gekauft, Ihr ein Nummernschild montiert und sie irgendwo in der Stadt aufgestellt. Vielleicht hat sie alle paar Wochen mal den Standort gewechselt. Vielleicht auch noch nicht einmal das.

Still steht sie da, nur die Sturmböen zerren am Plakat, dass man Ihr aufgezwungen hat. Nichts, was sonst Ihre Federn bewegt. Sie ist nun schon mindestens 4 Jahre alt, vermutlich deutlich mehr: Das Plastik Ihrer Kotflügel ist ausgeblichen, ihre Reifen werden hart und porös werden noch bevor sie sich abnutzen.

In Pontedera hat man Ihr drei Räder und einen Motor gegeben, auf dass sie durch die Welt knattere und dienlich sei. Wäre der Wind nicht so stark, könnte man sie vielleicht leise rufen hören: „Fahr mit mir! Tanke mich mit frischem Sprit und ich fahre Dich hin, wo immer Du hin willst. Zeige mir die Stadt da draußen – oder die Welt, falls Du zufällig sehr viel Zeit und Geduld hast.

Jawohl, diese Ape ist Verschwendung! An Geld, an Material, an Platz und an Zeit. Diese Ape ist ein Verrat an der Idee des minimalistischen Individualverkehrs!

Man hätte sie durch eine Plakatwand ersetzten und stattdessen einen mobilitätsbedürftigen Menschen mit einer Ape glücklich machen können!

Da steht sie nun und wackelt im Wind.

Die kleine, weiße Ape am Baumarkt

Heute war ich zum Baumarkt. Mal nicht mit der Ape, sondern mit meinem französischen Kleinfahrzeug. Draußen sind die Straßen feucht und es wurde bereits Salz gestreut. Nein, da fahre ich die Calessino nicht, wenn es nicht notwendig ist.

Als ich wieder herauskam, sehe ich eine Ape. Eine kleine, weiße 50er. Es wird gerade irgendetwas eingeladen. Ich gehe einmal halb herum, schaue: Noch die alten Pressglas-Scheinwerfer, aber zwei Stück. Also eine ZAPC vor dem Facelift auf Euro4 und damit vor dem Baujahr 2018.

„Na, jetzt noch mit der Ape unterwegs, es ist ja schon gestreut“ fange ich ein Gespräch an.

„Keine Sorge, da habe ich ordentlich vorgesorgt“ bekomme ich eine spontane Antwort und erfahre auch, womit und wie vorgesorgt wurde. Und dann entspinnt sich ein Gespräch über neuralgische Stellen der 50er, den Einsatz der Ape zum Transport, Vorbeugung von Rost.

Es stellt sich heraus, dass mein Gegenüber noch eine zweite 50er im Haushalt hat, eine ZAPC E4. Und kaum gesagt, fällt mir auf, dass ich beide Api schon mal in einem Hauseingang gesehen habe und mich gefragt habe: Wenn einer zwei solcher Gefährte hat, dann ist es bestimmt ein Fan.

Ja, ich erfahre neue Dinge über meine Ape: Nämlich, dass die ZAPC E4 andere Bremstrommeln hat als die ältere ZAPC. Nämlich die gleichen, die auch unsere Calessino 200 trägt. Und ob ich auch Probleme mit ungleichmäßigem Bremsen hätte? Ja, habe ich! Und jetzt weiß ich auch warum: Es gibt wohl eine Serie von Bremstrommeln, die nicht wirklich rund sind. Man müsste die Trommeln neu ausdrehen lassen.

Nun, ob ich das machen möchte, weiß ich noch nicht. So schlimm finde ich es nicht. Aber immerhin ist es gut zu wissen, was genau da nicht stimmt. So macht es mich nicht mehr nervös. Wissen ist Macht!

Ob ich die Ape-Schrauber bei YouTube kenne? Klar.

Ob ich auch in einem Ape-Forum bin? Klar.

Ich bekomme noch eine Empfehlung für die Hauptuntersuchung von Fahrzeugen (wovon die 50er-Ape ja nicht betroffen ist).

Was ist das Resümee für mich aus dieser Begegnung? Nun, es sind mehrere:

  1. Die Gruppe der Ape-Fahrer ist klein. So klein, dass man sich schnell kennt und fast alle sich auf den gleichen Internet-Medien tummeln.
  2. Die Gruppe der Ape-Fahrer scheint eine Gemeinsaft netter und hilfsbereiter Menschen zu sein.
  3. Alle Ape-Fahrer haben irgendwie Angst vor Rost und Streusalz!

Und wer sich jetzt noch fragt, wie das mit den ganzen Modellen der Ape ist – für den haben die oben erwähnten Ape-Schrauber eine ganz anschauliche aber unübersichtliche Aufstellung vorbereitet. Am unübersichtlichen Teil ist allerdings Piaggio selbst schuld! Doch seht selbst:

Steuerungeheuer

Es ist ein Jahr herum mit unserer dunkelblauen Ape! Man merkt es daran, dass plötzlich Geld vom Konto abgebucht werden: Steuer und Versicherung sind fällig!

Die Frage ist: Was kostet der Betrieb einer Calessino 200? Oder eher anders gefragt: Was kostet der Nicht-Betrieb – Die Fixkosten. Also die reinen Kosten des Besitzes.

Die Steuern sind festgesetzt mit 42 € – kein Verhandlungsspielraum. Ich finde das verhältnismäßig viel: Das sind immerhin 21 €/100 ccm, wenn man bedenkt, dass die Calessino 200 sogar Euro 4 klassifiziert ist!

Im Vergleich dazu kostet unser Renault Clio 3 gerade einmal 62 € im Jahr. Das ist nur etwa die Hälfte mehr – dafür aber hat man ein „richtiges“ Auto für bis zu fünf Personen, dass die Straßen im Vergleich zur Ape mit vier Rädern und einem etwa dreifachen Gewicht und der doppelten Verkehsfläche belastet. Es hat fast den sechsfachen Hubraum und die siebeinhalbfache Leistung!

Aber warum ist die Ape relativ gesehen so teuer im Vergleich zu einem Auto? Man könnte meinen, dass es am CO2-Anteil liegen könnte, der seit der Steuerreform 2009 in die Berechnung der Kfz-Steuer eingeht. Aber technisch gesehen hängt die CO2-Emission direkt am Treibstoffverbrauch (und der Treibstoff-Sorte). Renault Clio und Ape Calessino verbrennen den gleichen Super-Kraftstoff. Und während der Clio bei uns im mehrjährigen Mittel 6,15 l/100 km verbraucht, begnügt sich die Calessino mit 4,20 l/100 km. Klarer Vorteil für die Ape, sollte man meinen…

Also ist es vielleicht doch wegen der Emissionsklasse? Das kann eigentlich nicht sein, denn beide Fahrzeuge gehören in die Euro 4, und schließlich soll die Besteuerung von dreirädrigen Kraftfahrzeugen ja schließlich nach Hubraum „und Schadstoffemissionen“ bemessen. Das steht ja so im Kraftfahrzeugsteuergesetz:

Die Steuer bemisst sich

[…]

1b. bei dreirädrigen und leichten vierrädrigen Kraftfahrzeugen mit Hubkolbenmotoren, die unter den Anwendungsbereich der Richtlinie 97/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 1997 über bestimmte Bauteile und Merkmale von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen (ABl. L 226 vom 18.8.1997, S. 1, L 65 vom 5.3.1998, S. 35, L 244 vom 3.9.1998, S. 20, L 67 vom 11.3.2008, S. 22), die zuletzt durch die Richtlinie 2009/108/EG der Kommission vom 17. August 2009 (ABl. L 213 vom 18.8.2009, S. 10) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung fallen, nach dem Hubraum und den Schadstoffemissionen

Kraftfahrzeugsteuergesetz / § 8 Bemessungsgrundlage

Und hier ist jetzt der Trick: Es sollte eigentlich so sein, wird aber nicht so gemacht! Da der Staat leider kein Herz für kleine, knatternde Apen hat, unterschlägt er ganz einfach und schnell unseren ungeregelten Katalysator in der Ape, Ihre elektronische Einspritzung und damit Ihre „Euro 4“-Einstufung. Noch mehr: Er unterschlägt sogar noch mehr den geringen Kraftstoffverbrauch und damit die geringe CO2-Belastung! Denn egal, welches Dreirad man fährt: Man bezahlt einfach immer den Maximalbetrag von 21 €/100 ccm! Ja, genau: Die qualmende und stinkende Ape MP mit dem Zweitakter ist hier gleichgestellt und bezahlt das Gleiche! Und das nur, weil unsere Staatslenker nach dem Abschnitt 1a Mittagspause hatten und daher vergessen haben sich zu überlegen, wie sie den festgelegten Einfluss der Schadstoffemissionen denn nun handhaben wollten.

Schade, und ein wenig ärgerlich, finde ich. Denn das ist doch das falsche Zeichen in dieser Zeit, kleine, leichte und emissionsarme Fahrzeuge zu benachteiligen. Der schwache Trost bleibt, dass es mit 42 € absolut gesehen ein geringer Schaden bleibt. Dazu das Glücksgefühl, dass man ja noch gut davon gekommen sei, wo es andere Menschen doch viel schlimmer trifft. So wie den Fahrer eins Trikes, der nach der Steuerreform nun für ein und dasselbe Trike in der Euro 2 nicht mehr 117 €, sondern mit 337 € gleich fast das Dreifache an Steuern bezahlt!

Der Blick auf die Versicherung stimmt mich fröhlicher: Natürlich bin ich nach einem Jahr unfallfreien Fahrens auf drei Rädern in meiner Schadenfreiheitsklasse von 100% auf 85 % gesunken. Damit fällt der Beitrag für die Versicherung in diesem Jahr mit 28,88 € unter die 30er Marke, die ich letztes Jahr noch überschritten habe!

Und wieder tröstet das Leid der Anderen: Bei meiner Versicherung habe ich aus Spaß einmal nach dem Preis für ein Versicherungskennzeichen geschaut. Dort heißt es:

Leichte Quads und Trikes (z. B. Ape) mit einem Hubraum von maximal 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h – schon ab 34 €* pro Jahr.

https://www.huk.de/fahrzeuge/kfz-versicherung/mopedversicherung.html

Da steht es nun schwarz auf weiß: Unsere Ape Calessino 200 hat zwar die dreifache „Kraft“ der Ape 50 und fährt immerhin schnell genug, das man rein rechtlich auf die Autobahn damit darf – aber sie ist immer noch billiger zu versichern, als die kleine Ape 50!

Alles in allem reden wir hier nicht von viel Geld: Die Fixkosten für unsere Calessino liegen derzeit bei < 6 € pro Monat. Das ist uns der Spaß alle mal wert!

Apeland Dänemark

Gute zwei Wochen waren wir im Sommerurlaub in Dänemark. Nein, nicht mit der Calessino – sondern mit Kind und Kegel und rund 4 t auf sechs Rädern.

Denkt man bei einer Ape normalerweise an Italien und das Mittelmeer, so war ich echt verblüfft, wie viele Api wir in Dänemark gesehen haben!

Fast alle waren allerdings Ape 50 und die meisten wohl in der 25-Km/h-Ausführung. Ich denke da geht es um einen Steuer- oder Führerschein-Vorteil in der dänischen Legislatur, den ich im Detail nicht kenne.

Die meisten Api schienen mir von Fischern als Transportmittel für Netze und Geräte zwischen dem Boot und dem Schuppen benutzt zu werden.

Das Bild oben zeigt eine Ape 50 in Hvide Sande an einer Fischerhütte. Bedenkt man die Nähe zum salzigen Meer, so sieht sie noch verblüffend gut aus. Scheint recht neu zu sein.

Aber auch ältere 50er haben wir gesehen: In Thorsminde haben wir eine Ape 50 gesehen und irgendwo fuhr auch eine rote 50er herum. Zumindest einmal haben wir eine Ape 50 gehört – wenn auch nicht zu Gesicht bekommen.

Westlich von Holstebro hatten wir dann unterwegs eine weiße APE 50 mit Kasten und Werbung für einen örtlichen Betrieb vor uns – auch mit 25 km/h-Schild.

Es scheint also gerade die 25-km/h-Version hier der Verkaufsrenner zu sein.

Zum Schluss der Reise waren wir noch in Lüneburg. Da betreibt das Brauhaus Mälzer diese wunderschön renovierte Ape. Um was es sich genau dabei handelt, habe ich nicht herausgefunden: Es scheint mir wie eine Ape MP 500 mit den schlanken Blinkern an der Kabine. Nur hatten die einen zentralen Scheinwerfer, dort wo jetzt bei diesem Exemplar die Werbeplakette über dem Kotflügel angebracht ist. Vielleicht hat hier jemand nachträglich eine MP 500 auf zwei Scheinwerfer umgebaut? Oder gab es diese so zu kaufen?

Jedenfalls ein schönes Fahrzeug: Werbewirksam und platzsparend parkt es gegenüber des Brauhauses in einer Nische. Dazu scheint sie auch noch voll funktionsfähig, wenn frisches, leckeres Bier eben mal in Lüneburg irgendwohin ausgeliefert werden muss!

Zumindest glaube ich, das sie auch wirklich zur Auslieferung genutzt wird, denn warum sollte sie sonst gegenüber vom Brauhaus in der Fußgängerzone stehen? Das Brauhaus ist hübsch genug um für sich selbst zu werben und als reiner Werbeträger würde sie dann doch eher wo anders in der Stadt geparkt werden.

Was mich nur ein wenig gewundert hat: Wozu trägt diese Ape ein Nummernschild an der Front? Meines Wissens muss sie als Fahrzeug der Kategorie L5e dieses nicht tragen, obwohl ich schon gehört habe, dass einige Zulassungsämter dieses so wünschen. Schade, denn es verschandelt die Rundungen dieser Schönheit ein wenig.

Eine Ape – ja, was ist es eigentlich? Ich vermute eine MP 500, die vom Brauhaus Mälzer in Lüneburg für Werbung und Auslieferung benutzt wird.