Mickey Maus hat eine Ape Faro Basso!

Oder zumindest so etwas Ähnliches. Das dachte ich mir beim Blick auf das Tablet, das der Kleine in der Hand hielt. So ist das mit Kindern von vier bis sechs Jahren: Kaum schaut man einmal weg, haben sie sich ein Tablet organisiert, YouTube angeworfen und schauen Dinge von zweifelhaftem Inhalt: Mickey Maus in diesem Fall. Schnell geschnitten, bunt, schrill und dafür ohne tieferen Inhalt oder – Gott bewahre – ein Lernziel.

Vielleicht ist auch mit dem ersten Blick meine Phantasie mit mir durchgegangen und es ist eine eine ältere Bajaj RE?

Nein, das passt auch nicht: Es gab die Bajaj wohl früher auch mit nur einer Lampe auf dem mitgelenkten Kotflügel – ähnlich wie bei einer Ape Faro-Basso. Aber solch eine alte Bajaj müsste dann die dreigeteilte Frontscheibe haben. Das Mäuse-Tuk hat aber eine gerundete, einteilige Frontscheibe – wie die Ape Calessino oder auch die mordernere Bajaj RE.

Eine ältere Bajaj RE in Aufgenommen von mir in Pune, Indien

Vermutlich ist es doch einfach nur ein generisches Tuk Tuk. Es fehlen so oder so die Blinker an der Front. Dazu haben diese beiden Tuk Tuks (wie auch alle anderen im Film, die reguläre grün-weiß daher kommen) keine Trennwand hinter dem Fahrer. Da hat die Ape City aber eine dünne Wand, die Bajaj RE dazu noch einen deutlich sichtbaren Kasten aus Blech. Die Aufhängung des Vorderrades mit der geschobenen kurzen Gabel erinnert mich dann doch wieder an die Konstruktion der Ape seit Generationen.

Es ist also doch ein generisches Gefährt. Oder dramatischer sozusagen „Frankensteins Dreirad“

Quelle: Micky Maus: Kunterbunte Abenteuer – Folge 16 – Tuk Tuk


Kaum ist die Neugierde geweckt, habe ich an anderer Stelle gleich ganz andere Details gefunden, bei denen Disney so nah an der indischen Realität ist, dass es verblüfft: Die Ladung der kleinen Dreiräder und ihre ordnungsgemäße „Ladungssicherung“. Genau so habe ich es vor über einer Dekade in Indien erlebt!

Doch seht selbst mit eigenen Augen:

Quelle: Micky Maus: Kunterbunte Abenteuer – Folge 59 – Die pinkfarbene Stadt

Oh, CentrO!

Vor Weihnachten wollten wir mit der RUHR.TOPCARD nach Oberhausen ins Spaßbad. Nein, nicht mit der Calessino – es regnet gefühlt seit Wochen und Oberhausen ist einmal durch das ganze Ruhrgebiet – da wäre man einen ganzen Tag mit fahren beschäftigt. Außer man nähme die Autobahn, was – also hypothetisch und rein rechtlich – mit der Calessino 200 erlaubt wäre!

Mit dem Auto also erst mal zum CentrO in den LEGO-Laden und dann etwas im Food Court essen, bevor es ins Schwimmbad geht. Wir haben uns extra einen Montag Vormittag ausgesucht und es war trotz Vorweihnachtszeit fast nichts los. Perfekt.

Nichts los galt dann auch für diese schöne Ape. Sieht toll aus, war aber geschlossen. Kein „Americano“ heute. Ich frage mich, wovon die Weißwandreifen so dreckig geworden sind – vom fahren kann es nicht sein. Viel kann sie noch nicht erlebt haben, was mit Straßenverkehr zu tun hat. Es ist eine ZAPC81 und damit quasi neu.

Die Scheinwerfermaske wurde lackiert, der Kotflügel auch – wie die ganze Ape in weinroter Sonderlackierung. Dazu Chromspiegel, Kantenschutz in Chrom, doppelte Dachgepäckträger, Maßgefertigter Aufbau – hier hat jemand viel Liebe zum Detail und Geld hineingesteckt. Nur, dass sie leider nicht fahren darf. Keine „Garage Queen“, sondern eine Verkaufs-Immobilie. Irgendwie schade.

Ape-Unter im Büsumer Hafen

Einen Tag in Büsum – und ich hätte nicht gedacht, hier auf eine Ape zu stoßen. Erst recht nicht auf einen ganzen Haufen.

Zunächst waren wir nach von ans Meer zum Büsumer Leuchtturm. Man, was war das ein Wind hier, der die Gischt vom Meer herüber bläst! Auf dem Deich konnte man nicht gerade stehen. Dazu war ich froh, dass es gerade einmal nicht regnete!

Eine weiße Ape 50 ZAPC81 trägt Werbung für ein Geschäft am „Lighthouse“-Hotel.

Um die Ecke steht in in einer Mauernische der Landseite des „Lichthouse“-Hotelkomplexes eine Ape 50. Es ist eine ZAPC81, das neueste Modell und damit keinesfalls älter als 5 Jahre. Aber schaurig anzusehen, wie sie schon rostet! Das ist wohl der Tribut an die salzige, gesunde Meerluft! Abnutzung kann es wohl nicht sein, denn ein Blick auf den Tacho verrät, dass diese Ape nie in den Genuss kam, die langen Gerade der norddeutschen Tiefeebene zu befahren. Wie sagt man in Friesland noch so schön: Da kannst Du morgens schon sehen, ob einer Nachmittags mit seine Ape zu besuch kommt. Dieses Bienchen hat nur ganze 31 km auf dem Zähler.

Nur 31 km, weiter hat diese arme Ape es noch nicht geschafft. Es ist eine echte Werbe-Queen. Sozusagen eine Immobilie.

Nun steht sich sich hier Ihren Weißwandreifen platt und nur der Besitzer weiß wohl, warum sie nur einen davon bekommen hat. Auf der Hinterachse weiterhin ei Schwarzfuss sein muss. Die unschuldige im weißen Gewand trögt wie zum Beweis Ihrer Jungfräulichkeit noch alle Angstnoppen auf ihrem Pneu.

Der einzige Weißwand-Reifen ist vorn montiert. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er trotz nicht-Benutzung noch Luft enthält, noch über alle Gummi-Noppen der Fertigung verfügt und ansonsten in der gesamten Umgebung das einzige Bauteil ohne Rostbefall ist.

In der Hafenstraße entdecke ich dann eine weitere Ape! Sie ist kaum zu übersehen in Feuerwehr-Rot mit gelben Warnstreifen und wieder ist es eine neue ZAPC81. Man könnte meinen, es sei eine Feuerwehr-Ape. Ja, sowas gibt es wirklich, zum Beispiel in Königswinter. Aber bei genauerem Hinsehen steht „FeWoWehr“ drauf und es ist doch nur eine Werbe-Ape wie so viele andere 50er auch. Nur hat sie ein echtes Blaulicht mit einem Reflektor und Lampe. Wie der Eigentümer das wohl genehmigt bekommen hat? Vermutlich gar nicht – und das liegt daran, dass eine Ape 50 ja keiner Pflicht zur Hauptuntersuchung unterliegt.

In der Hafenstraße steht eine „Fewowehr“-Ape.

Kurz bevor wir Büsum verlassen, schauen wir noch im Hafen vorbei, weil ich ein Bild vom Kutter „Hauke“ machen möchte, der am Kai liegt. Und was sehe ich da? Da ist ja noch eine von den roten Api, die gern bei der Fuerwehr sein wollen. Oder ist es die selbe von eben? Dann wäre sie schnell gefahren und eigentlich hätte ich sie auch hören müssen. Außerdem scheint sie nicht viel zu fahren, denn auch bei Google Street View steht sie schon an diesem Platz:

Bei Google Street View auch zu sehen: Die Fewowehr-Ape. Quelle: Google Street View.

Lange habe ich nachgedacht, ob es die selbe Ape ist oder ob es zwei oder mehr von dieser Sorte gibt. Das Nummernschild habe ich nicht fotografiert und daher habe ich immer mehr gezweifelt. Wenn es zwei Api wären, dann müsste man doch einen Unterschied finden können: Luigi und Andrea in Pontedera bauen ganz bestimmt nie zwei Api auf gleiche Weise zusammen, das kann nicht sein.

„Am Fischereihafen“ findet man Plötzlich einen Doppelgänger der „Fewowehr“-Ape.

Aber doch finde ich lange keinen Unterschied bis auf die andere Spiegel-Stellung. Aber das kann passieren, wenn man daran hängen bleibt. Selbst der Reflektor des Blaulichts ist in der gleichen Position stehen gelblieben. Sie gleichen sich wirklich von der Schraube bis zum Aufkleber.

Aber doch sind es zwei. Wer findet den Unterschied?

Italienische Verhältnisse in Belgien

Das „Amuni“ ist ein kleines italienisches Restaurant, ziemlich zentral gelegen am äußersten Zipfel des wunderschönen Platzes „De Burg“ in Brügge. Über die Qualitäten des Restaurants kann ich nichts sagen, ich bin nur aufmerksam geworden, weil diese schöne 50er davor stand. Genau das scheint ja auch die Aufgabe dieser Ape zu sein. Es müsste eine Ape 50 TL4T aus der ersten Hälfte der 90er Jahre sein – denn sie hat nur einen Scheinwerfer, ein flaches Dach und die einteiligen Seitenscheiben. Die Farbgebung passt gut zur Italienerin, oder?

Mit Ihrer vorderen, linken Ecke muss sie mal „was erlebt“ haben. „Was erleben“ kann man als Tourist hier sicher auch – obwohl es ein trüber Tag ohne riesigen Touristenandrang war, liefen dich ein paar scheinbar ziellose Typen auf dem Platz herum, die offensichtlich auf Touristen warten. Zu beobachten, wie einer eine einzelne Person ansprach, sich eben unauffällig umschaute nach dem Straßenschild um dann zu fragen, ob die Touristin ihm wohl sagen könnte, wie man zu genau diesem Ort kommen könnte – nicht verboten, aber „sketchy“. Definitiv DEFCON 3, denn es ist ein guter Grund für eine Frau, ihre Handtasche zu öffnen und das Handy heraus zu holen. Praktisch, dass der Mensch ein Fahrrad dabei hatte, oder?

Also: Geht hin nach Brügge – es ist eine wunderschöne Stadt. Passt nur auf, dass Euch niemand folgt…

Schöne, und gut erhaltenen 50er aus den 90er-Jahren. Kampfspuren zeugen davon, dass es wohl keine „Bordstein-Queen“ zur Werbung allein ist.

Treffen sich zwei Dreiräder…

Wo sonst nur Motorräder und Roller stehen, stand heute gleich zwei Dreiräder: Unsere Ape und eine DUO aus der DDR

Es ist tolles Wetter, schon morgens ist es richtig warm. Zeit, um etwas zu tun, was ich schon im letzten Jahr machen wollte: Mit der Ape zur Arbeit fahren. Jetzt ist seit Corona sehr viel Heimarbeit angesagt gewesen. Es klingt komisch: Aber es ergab sich nur selten die Gelegenheit, ins Büro zu fahren!

Der Weg über die Autobahn und etwas Landstraße zu meiner Arbeit beträgt etwa 65 km. Dazu braucht man bei ruhiger Fahrweise mit dem Auto rund 50 min. Man kann es im Expressdienst in knapp unter 40 min schaffen. Wenn ich gemütlich über Land fahre und die Autobahn meide, dann kommt man ziemlich genau auf eine Stunde.

Mit der Ape wird es mehr werden, das war klar. Und es wird nicht die Autobahn werden, das war genauso klar. Aber ich hatte keinen Plan, wie schnell man mit der Ape auf längeren Strecken so wird.

Im Vorfeld habe ich mir eine Route geplant, die vor allem schmale Straßen bevorzugt und teilweise der deutschen Alleenstraße folgt. Obwohl schmale Straßen häufig weniger gradlinig sind, konnte ich die Entfernung so auf etwa 60 km reduzieren.

Das erste Stück ging über die B1 nach Osten – das war langweilig, denn die B1 verläuft hier schnurgerade. Dazu wird dort zu viel und zu schnell für die Ape gefahren. Selbst dort, wo es breit genug ist, dass man niemanden aufhält kommt man sich wie ein blödes Hindernis vor.

Sobald es durch die Felder ging, war die Welt eine andere. So macht das Spaß: Den Gasgriff locker bei zweidrittel Drosselklappenöffnung hingestellt, fährt man cin der Ebene eetwa 55 km/h und man kann sich die Umgebung im vorbeifahren anschauen. Ich habe Dinge gesehen, die mir mit dem Auto oder Motorrad in Jahren des Pendelns verborgen geblieben sind!

Letztlich habe ich den Weg zur Arbeit in 1h 22 min geschafft. Das ist gerade einmal eine habe Stunde mehr als der normale Weg. Es ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 44km/h.

Außergewöhnlich entspannt und trotzdem pünktlich bin ich dann auch bei der Arbeit angekommen und konnte dort parken, wo sonst mein Motorrad steht: Unter einem Vordach direkt am Eingang. Dort steht ein Hinweisschild für „Motorräder und Kleinkrafträder“. Und wir erinnern uns: Die Ape ist als Kraftrad zugelassen!

Als ich – mal wiede viel später als vorgesehen – von der Arbeit zurück zum Motorradparkplatz kommen, traue ich meinen Augen nicht: Die Motorräder und Roller sind fast alle verschwunden – aber neben meinem Dreirad steht gleich noch ein anderes! Ein Kollege hat eine DUO aus der DDR mit zur Arbeit gebracht und einvernehmlich stehen die beiden Dreiräder dort nebeneinander.

Die Abend-Tour war dann noch besser – es ist schöner nach Hause zu fahren also zur Arbeit! Aber die Bedingungen sind perfekt: Es sind fast 30 °C, der warme Wind umweht den Fahrer und die Sonne steht tief über den Feldern. Der Staub der Mähdrescher auf dem trockenen Land sorgt im Gegenlicht für gelblich leuchtende Wolken. Die Ape knattert und die kleinen Räder zweigen mit Schlaglöcher, die ich bisher noch nicht kannte.

Nur einmal beginnt die Ape komische Geräusche zu machen: Es macht mir Sorgen. Immer, wenn ich nicht zuordnen kann, woher ein Geräusch stammt, macht es mir Angst: Es könnte ein Problem sein oder werden. Nicht, dass unsere Ape nicht viele komische und unnötige Geäusche machen würde. So gut wie alles macht hier ein Geräusch: Die Unterlegscheibe an der Motorklappe, das Armaturenbrett, die Türen, der Kupplungshebel, der Gasgriff, die Gurtschlüsser. Aber die Geäusche kenne ich, weiß woher sie stammen und auch, dass sie nicht gefährlich sind.

Es ist eine Art „Klacken“ und ich kann nicht recht sagen, woher es kommt – au´ßer: „von hinten“, noch, wann genau es auftritt. Man kann es provozieren, indem man Lastwechsel erzeugt. Aber es erscheint auch manchmal bei gleichmäßiger fahrt. Fährt man kurven, gibt Gas oder nimmt Gas weg, dann ist es meistens verschwunden. Dann kommt es irgendwann aber wieder. Ich bin verwirrt. Das macht alles keinen rechten Sinn.

Irgendwann fahre ich zwischen Feldern rechts heran und werde der Sache auf den Grund gehen. Lange brauche ich nicht zu suchen: Das Verdeck hat sich abgerollt und hängt ein Stück hinten die Motorhaube hinunter. Der Reißverschluss klopft im Wind oder beim bremsen an das Blech der Motorklappe!

Schnell das Verdeck wieder eingerollt und unter das Gestänge geklemmt. Und schon rolle wieder vollkommen entspannt von der Arbeit nach Hause.

Am Ende dieses Tages steht für mich fest: Nein, das kann man nur schwer jeden Tag so machen mit der Ape. Aber es toll und entspannend, wenn man die Zeit hat. Am richtigen Tag werde ich das ganz sicher noch mal machen!

Steuerungeheuer

Es ist ein Jahr herum mit unserer dunkelblauen Ape! Man merkt es daran, dass plötzlich Geld vom Konto abgebucht werden: Steuer und Versicherung sind fällig!

Die Frage ist: Was kostet der Betrieb einer Calessino 200? Oder eher anders gefragt: Was kostet der Nicht-Betrieb – Die Fixkosten. Also die reinen Kosten des Besitzes.

Die Steuern sind festgesetzt mit 42 € – kein Verhandlungsspielraum. Ich finde das verhältnismäßig viel: Das sind immerhin 21 €/100 ccm, wenn man bedenkt, dass die Calessino 200 sogar Euro 4 klassifiziert ist!

Im Vergleich dazu kostet unser Renault Clio 3 gerade einmal 62 € im Jahr. Das ist nur etwa die Hälfte mehr – dafür aber hat man ein „richtiges“ Auto für bis zu fünf Personen, dass die Straßen im Vergleich zur Ape mit vier Rädern und einem etwa dreifachen Gewicht und der doppelten Verkehsfläche belastet. Es hat fast den sechsfachen Hubraum und die siebeinhalbfache Leistung!

Aber warum ist die Ape relativ gesehen so teuer im Vergleich zu einem Auto? Man könnte meinen, dass es am CO2-Anteil liegen könnte, der seit der Steuerreform 2009 in die Berechnung der Kfz-Steuer eingeht. Aber technisch gesehen hängt die CO2-Emission direkt am Treibstoffverbrauch (und der Treibstoff-Sorte). Renault Clio und Ape Calessino verbrennen den gleichen Super-Kraftstoff. Und während der Clio bei uns im mehrjährigen Mittel 6,15 l/100 km verbraucht, begnügt sich die Calessino mit 4,20 l/100 km. Klarer Vorteil für die Ape, sollte man meinen…

Also ist es vielleicht doch wegen der Emissionsklasse? Das kann eigentlich nicht sein, denn beide Fahrzeuge gehören in die Euro 4, und schließlich soll die Besteuerung von dreirädrigen Kraftfahrzeugen ja schließlich nach Hubraum „und Schadstoffemissionen“ bemessen. Das steht ja so im Kraftfahrzeugsteuergesetz:

Die Steuer bemisst sich

[…]

1b. bei dreirädrigen und leichten vierrädrigen Kraftfahrzeugen mit Hubkolbenmotoren, die unter den Anwendungsbereich der Richtlinie 97/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 1997 über bestimmte Bauteile und Merkmale von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen (ABl. L 226 vom 18.8.1997, S. 1, L 65 vom 5.3.1998, S. 35, L 244 vom 3.9.1998, S. 20, L 67 vom 11.3.2008, S. 22), die zuletzt durch die Richtlinie 2009/108/EG der Kommission vom 17. August 2009 (ABl. L 213 vom 18.8.2009, S. 10) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung fallen, nach dem Hubraum und den Schadstoffemissionen

Kraftfahrzeugsteuergesetz / § 8 Bemessungsgrundlage

Und hier ist jetzt der Trick: Es sollte eigentlich so sein, wird aber nicht so gemacht! Da der Staat leider kein Herz für kleine, knatternde Apen hat, unterschlägt er ganz einfach und schnell unseren ungeregelten Katalysator in der Ape, Ihre elektronische Einspritzung und damit Ihre „Euro 4“-Einstufung. Noch mehr: Er unterschlägt sogar noch mehr den geringen Kraftstoffverbrauch und damit die geringe CO2-Belastung! Denn egal, welches Dreirad man fährt: Man bezahlt einfach immer den Maximalbetrag von 21 €/100 ccm! Ja, genau: Die qualmende und stinkende Ape MP mit dem Zweitakter ist hier gleichgestellt und bezahlt das Gleiche! Und das nur, weil unsere Staatslenker nach dem Abschnitt 1a Mittagspause hatten und daher vergessen haben sich zu überlegen, wie sie den festgelegten Einfluss der Schadstoffemissionen denn nun handhaben wollten.

Schade, und ein wenig ärgerlich, finde ich. Denn das ist doch das falsche Zeichen in dieser Zeit, kleine, leichte und emissionsarme Fahrzeuge zu benachteiligen. Der schwache Trost bleibt, dass es mit 42 € absolut gesehen ein geringer Schaden bleibt. Dazu das Glücksgefühl, dass man ja noch gut davon gekommen sei, wo es andere Menschen doch viel schlimmer trifft. So wie den Fahrer eins Trikes, der nach der Steuerreform nun für ein und dasselbe Trike in der Euro 2 nicht mehr 117 €, sondern mit 337 € gleich fast das Dreifache an Steuern bezahlt!

Der Blick auf die Versicherung stimmt mich fröhlicher: Natürlich bin ich nach einem Jahr unfallfreien Fahrens auf drei Rädern in meiner Schadenfreiheitsklasse von 100% auf 85 % gesunken. Damit fällt der Beitrag für die Versicherung in diesem Jahr mit 28,88 € unter die 30er Marke, die ich letztes Jahr noch überschritten habe!

Und wieder tröstet das Leid der Anderen: Bei meiner Versicherung habe ich aus Spaß einmal nach dem Preis für ein Versicherungskennzeichen geschaut. Dort heißt es:

Leichte Quads und Trikes (z. B. Ape) mit einem Hubraum von maximal 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h – schon ab 34 €* pro Jahr.

https://www.huk.de/fahrzeuge/kfz-versicherung/mopedversicherung.html

Da steht es nun schwarz auf weiß: Unsere Ape Calessino 200 hat zwar die dreifache „Kraft“ der Ape 50 und fährt immerhin schnell genug, das man rein rechtlich auf die Autobahn damit darf – aber sie ist immer noch billiger zu versichern, als die kleine Ape 50!

Alles in allem reden wir hier nicht von viel Geld: Die Fixkosten für unsere Calessino liegen derzeit bei < 6 € pro Monat. Das ist uns der Spaß alle mal wert!

Apeland Dänemark

Gute zwei Wochen waren wir im Sommerurlaub in Dänemark. Nein, nicht mit der Calessino – sondern mit Kind und Kegel und rund 4 t auf sechs Rädern.

Denkt man bei einer Ape normalerweise an Italien und das Mittelmeer, so war ich echt verblüfft, wie viele Api wir in Dänemark gesehen haben!

Fast alle waren allerdings Ape 50 und die meisten wohl in der 25-Km/h-Ausführung. Ich denke da geht es um einen Steuer- oder Führerschein-Vorteil in der dänischen Legislatur, den ich im Detail nicht kenne.

Die meisten Api schienen mir von Fischern als Transportmittel für Netze und Geräte zwischen dem Boot und dem Schuppen benutzt zu werden.

Das Bild oben zeigt eine Ape 50 in Hvide Sande an einer Fischerhütte. Bedenkt man die Nähe zum salzigen Meer, so sieht sie noch verblüffend gut aus. Scheint recht neu zu sein.

Aber auch ältere 50er haben wir gesehen: In Thorsminde haben wir eine Ape 50 gesehen und irgendwo fuhr auch eine rote 50er herum. Zumindest einmal haben wir eine Ape 50 gehört – wenn auch nicht zu Gesicht bekommen.

Westlich von Holstebro hatten wir dann unterwegs eine weiße APE 50 mit Kasten und Werbung für einen örtlichen Betrieb vor uns – auch mit 25 km/h-Schild.

Es scheint also gerade die 25-km/h-Version hier der Verkaufsrenner zu sein.

Zum Schluss der Reise waren wir noch in Lüneburg. Da betreibt das Brauhaus Mälzer diese wunderschön renovierte Ape. Um was es sich genau dabei handelt, habe ich nicht herausgefunden: Es scheint mir wie eine Ape MP 500 mit den schlanken Blinkern an der Kabine. Nur hatten die einen zentralen Scheinwerfer, dort wo jetzt bei diesem Exemplar die Werbeplakette über dem Kotflügel angebracht ist. Vielleicht hat hier jemand nachträglich eine MP 500 auf zwei Scheinwerfer umgebaut? Oder gab es diese so zu kaufen?

Jedenfalls ein schönes Fahrzeug: Werbewirksam und platzsparend parkt es gegenüber des Brauhauses in einer Nische. Dazu scheint sie auch noch voll funktionsfähig, wenn frisches, leckeres Bier eben mal in Lüneburg irgendwohin ausgeliefert werden muss!

Zumindest glaube ich, das sie auch wirklich zur Auslieferung genutzt wird, denn warum sollte sie sonst gegenüber vom Brauhaus in der Fußgängerzone stehen? Das Brauhaus ist hübsch genug um für sich selbst zu werben und als reiner Werbeträger würde sie dann doch eher wo anders in der Stadt geparkt werden.

Was mich nur ein wenig gewundert hat: Wozu trägt diese Ape ein Nummernschild an der Front? Meines Wissens muss sie als Fahrzeug der Kategorie L5e dieses nicht tragen, obwohl ich schon gehört habe, dass einige Zulassungsämter dieses so wünschen. Schade, denn es verschandelt die Rundungen dieser Schönheit ein wenig.

Eine Ape – ja, was ist es eigentlich? Ich vermute eine MP 500, die vom Brauhaus Mälzer in Lüneburg für Werbung und Auslieferung benutzt wird.

Mein erstes Mal

Irgendwann ist immer das erste mal. Man ist etwas aufgeregt und weiß, man Betritt jetzt eine neue Welt aus Handlungen und Gefühlen, die man sich bisher nur in der Phantasie ausgemalt hat. Die Welt neuer Eindrücke wartet auf mich und doch bin angespannt wegen des großen Unbekannten. Außerdem ist da der Leistungsdruck, der Anspruch an mich selbst es direkt von Anfang an Richtig gut zu machen!

Mein erstes Mal war an einem warmen Oktoberanfang. Und es lief, wie es bei den höchsten Erwartungen halt of läuft: Es fühlte sich gleich am Anfang nicht so toll a und Ernüchterung kam auf. Im Stand ist die blaue Ape gleich zweimal langsam aus gegangen. Also nicht einfach so, sondern langsam und nach einiger Zeit. Sie sprang gut an, töffelte dann vor sich hin – und nach ein, zwei Minuten wurde die Drehzahl weniger und weniger, bis der Motor stehen blieb. Aber es war zum Einen recht heiß und zum Anderen war der Tank nur zu rund einem Drittel mit Benzin gefüllt, das dazu vermutlich auch sehr alt war. Schauen wir also erst mal, wie das mit frischem Sprit aussieht.

Im Handbuch steht, man soll sie einmal in jeden Monat bei nicht-Gebrauch eine Viertelstunde lang laufen lassen? Vielleicht aus dem Grund, dass überall mal frischer Sprit in die Leitungen und die Einspritzung kommt. Ist das vielleicht noch ein Ratschlag aus der Zeit, als es Vergaser-Motoren gab? Oder rostet sonst der Kolben fest? Ehrlich, das macht doch keiner, oder?

So einige andere Dinge im Handbuch passen auch nicht zu dieser Version Ape. Immerhin habe ich jetzt überhaupt mal eines im ausgelieferten Fahrzeug, da bin ich schon mal froh!

Aber von vorn: Spontan habe ich bei dem guten Wetter heute die Calessino genutzt um zwei Winterräder zum Reifenhändler zu bringen – die passen in einen Fußraum der Rückbank, so dass auch noch ein Passagier mitfahren konnte. Dann auf dem Rückweg noch den Großen von der Schule abgeholt – mit Kindersitz auf die Rückbank, eine Iso-Fix-Halterung gibt es aber nicht. Der Schul-Rucksack oder andere Dinge (wie z.B. Einkäufe) passen auch gut in den linken Fahrerfußraum. Da ist ja kein Pedal und auch sonst nirgend-nichts, was man blockieren könnte. Fühlt sich komisch an, sich als Fahrer den Fußraum voll zu bauen – ist objektiv betrachtet aber problemlos!

An das Fahren muss ich mich erst gewöhnen: Am meisten irritiert mich als Motorradfahrer, dass ich keine Vorderradbremse am rechten Griff habe! Beim Anhalten will ich immer ins Leere greifen. Aber es gibt halt nur eine Betriebsbremse, die auf alle drei Räder wirkt. Und die wird mit dem Pedal bedient.

Der Blinkerschalter ist rechts am Lenker – genau auf der anderen Seite im Vergleich zu meiner BMW. Wer hat sich das denn ausgedacht?

Die Bremse ist wohl noch nicht eingeschliffen – sie rubbelt noch etwas und bremst noch nicht wirklich gut. Eher etwas für Grobmotoriker.

Beide der BMW F650 GS ist der Schalter für den Blinker links, bei der Calessino 200 dagegen rechts. Beide haben zwar einen Lenker, aber wo bei der BMW die Vorderrad-Bremse ist, ist bei der Ape – nichts. Das braucht wohl noch eine Weile der Gewöhnung!

Eins wurde beim Fahren auch schnell klar: Man fällt mit dem Gerät auf, wie ein bunter Hund. An einem Kreisverkehr hat mir eine Frau im BMW (sic!) die Vorfahrt überlassen – wohl aus Überraschung die Calessino zu sehen. Das hat sie bergan genau 15 s später wieder bereut. Ich habe sie bei nächster Gelegenheit freundlich vorbei gelassen…

Als der Kleine aus dem Kindergarten kam, hat er Mama, Papa und seinen Bruder gesehen. Das war aber alles egal: „Da! Da!“. Die Ape war es. Dann kletterte er sofort rein, Lenker in der Hand und machte lustige Motorgeräusche nach. Es ist ein Fahrzeug für alle Generationen. Den Schlüssel hatte ich abgezogen und die Handbremse fest (!) angezogen. Vorher hatte ich auf dem Hof vom Reifenhändler schon mal aus Versehen das Gefährt umgeparkt, ohne die Handbremse zu lösen. So viel also zur oben benannten Bremswirkung…

Mein Blick war immer wieder bei den Kontrollleuchten – aber alle bleiben aus. Springt gut an, fährt gut – na ja, nicht wirklich „gut“ im allgemeinen Verständnis. Halt so, wie ein untermotorisiertes Dreirad. Aber das ist ja Sinn der Sache.

Grundsätzlich: Laut ist das Ding! Unterhaltungen sind schwer zu führen. Die Geräuschkulisse und die gebotene Geschwindigkeit stehen in keinem angemessenen Verhältnis zueinander. Etwa vergleichar mit einem 50 cm³-Roller mit Helmut Kohl als Fahrer.

Mit dem Getriebe stehe ich noch ein wenig im Konflikt: Der erste Gang ist so kurz – ich glaube ich fahre lieber gleich im 2. Gang an, wenn es nicht bergauf geht. Der Erste ist ja eh kurz nach dem Anfahren schon ausgedreht.

Den Sprung zwischen 2. und 3. Gang finde ich viel zu groß! Bei uns am Berg dreht sie im 2. Gang weit über dem max. Drehmoment und im 3. so niedrig, dass sie zu wenig Kraft hat.

Zwischen dem 3. und 4. Gang habe ich noch eine Lücke mit „Leerlauf“ gefunden. Die habe ich schon mehrfach gefunden. Vielleicht habe ich einfach zu zärtlich am Schalthebel gedreht?

Die Gänge krachen grundsätzlich beim schalten. Ich kann da nichts machen. Zurückschalten mit Zwischengas habe ich auch noch nicht raus – es kracht trotzdem.

Nach den ersten 40 km tönt bei Erwachsenen und kleinen Mitfahrern unisono die gleiche Kritik: Es zieht ihnen zu sehr auf der Rückbank! Vorn hinter der Scheibe finde ich es dagegen sehr angenehm.

Vielleicht schaue ich mal nach Regentüren. Für die „neuere“ 200er Calessino ab Modelljahr 2017 sollen die geändert worden sein, denn jetzt gibt es ja einen „Knick“ in der vorderen Türen. Die alten Regentüren sind zu kurz. Und dazu sind die neueren Stofftüren natürlich auch gleich deutlich teurer geworden. Schauen wir mal.

die Vordertüren der Calessino 200 ab Modelljahr 2017 haben einen Vertiefung. Daher passen dort nur die geänderten, teureren Stofftüren. Trotz des geschlossenen Dachs zieht es auf den hinteren Sitzen sehr.