Fine Stagione

Es ist später Dezember, aber gestern war ich noch mit der Ape in die Stadt zu einem Krankenhausbesuch gefahren – mit offenem Verdeck bei strahlend blauem Himmel!

Nun, es waren Temperaturen um den Gefrierpunkt, aber mit dem gefütterten Eismantel, Winterhandschuhen und einer Mütze war es eine angenehme und gemütliche Fahrt.

Trotz der serienmäßig üppig bemessenen Batterie von rund 40 Ah bemühte sich die Ape mehrere Umdrehungen redlich, den Motor auf Startgeschwindigkeit zu drehen. Hat geklappt, hat aber fühlbar Mühe gekostet. Die ersten paar Sekunden mochte der kleine Motor dann auch ein paar Millimeter Spalt in der Drosselklappe bekommen, um nicht gleich wieder auszugehen.

Nachdem die ersten Gangwechsel durch ein Getriebeöl mit der gefühlten Konsistenz von Butter geschafft waren, lief die Ape fröhlich und flott wie eh und je durch die Kälte. Die höhere Dichte der Luft erhöht theoretisch den Füllgrad des Motors. Mein Kollege mit Privatpiloten-Lizenz (ja, der mit dem Karnickelsprit) sagt immer dazu: „Es ist tragfähige Luft.“ Bei den Flugmotoren – Konstruktionen, die wie die Ape bis auf die 50er-Jahre zurückgehen – gibt es wirklich mehr Leistung bei kalter Luft. Dazu steigen der Wirkungsgrad des Propellers und der Auftrieb der Flügel durch die höhere Dichte der Luft. Das merkt man real: Nie kommt man so schnell hoch wie an einem kalten Wintertag.

Auch heute war wieder so ein sonniger Wintertag mit stahlblauem Himmel, so dass meine Wahl sofort wieder auf die Ape fiel. Den Mantel an und die Mütze ins Gesicht gezogen sehe ich es auf der Straße glitzern: Das ist kein Raureif, sondern große Körner liegen da verstreut. Die staubtrockene Straße ist übersät von Salzkristallen der Größe ausgewachsener Ameisen. Die Schergen der Straßenmeisterei waren auf Raubzug. Sie sind sozusagen die Antagonisten des Fahrzeugherstellers. Der Sensenmann der Automobilwelt, der das Ende des Fahrzeuglebens einfordert und die Gefährte zurück in die Welt der Metallurgie holt. Alpha wie Auto, et Omega wie Ofen.

Wir alle wissen, dass italienische Fahrzeuge nicht für Streusalz gedacht sind und indisch gepresste Apen schon einmal überhaupt nicht. Die trockenen Bröckchen auf der Straße machen mir da keine rechte Angst, trocken sind sie wie Straßenstaub. Sorgen mache ich mir über den Rückweg, wenn das hygroskopische Salz Feuchtigkeit aus der Luft aufgenommen hat und plötzlich die Reifen einen nassen Salzsprühnebel von der Straße auf den Unterboden werfen – obwohl es nie geregnet hat.

Ich arbeite lange genug in der Automobil-Zulieferindustrie, um zu wissen, was ein Salzsprühnebeltest mit Dingen anstellt, die aus Metall sind.

Nein, heute bleibt Ape in der Garage. Genau genommen muss es heißen: „Ab heute bleibt die Ape in der Garage.“ Mindestens bis es ein paar Mal stark geregnet hat.

Das ist also das Ende der Saison 2025. Schauen wir, was das Jahr 2026 für die Ape bringen wird. Eines scheint dabei schon mal sicher: Es wird die größere 10.000-km-Wartung kommen mit Ölwechsel, Ventilspiel-Einstellung und Durchsicht der Fahrwerkslager. Das wird spannend.

Feiner Sand

Sieben mal sieben – ist bekanntlich feiner Sand. So weit sind wir mit der Ape nicht, und keine Ape dieser Welt wird so viele Kilometer auf Ihrem Zähler darstellen können.

Immerhin hat unser Calessino auf der Rückfahrt von der Arbeit am Montag fünfmal die sieben angezeigt. In ihrem fünften Jahr ist sie nun auch schon. Im Schnitt fährt sie also keine 2000 km im Jahr!

Trotzdem schon eine kleine Leistung für ein kleines Fahrzeug mit drei Rädern und einem Zylinder. Vor allem, wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit nichts Ernsthaftes kaputtgegangen ist!

Es war ein warmer Frühlingsabend mit weichem Abendlicht, als der Kilometerzähler auf der Rückfahrt von de Arbeit nur noch 7777,7 km anzeigte.

7000 km

Die karierte Fahne für den nächsten Tausender ist gefallen und vielleicht auch langsam für die gesamte Saison. Die endet traditionell zunächst erst einmal dann, wenn die Straßen gesalzen wurden. Das mag kein Auto und eine italienisch-indische Diva ganz bestimmt nicht.

Inzwischen bin ich geneigt zu behaupten, dass mal wieder nichts an der Ape passiert sei. Aber das stimmt so nicht. In der Tat ist einiges passiert, denn:

  • Es ist mir gelungen, den durchschnittlichen Benzinverbrauch der Ape auf unter 4 l/100 km zu drücken!
  • Die Ape hatte ihre erste Panne! Also einen technischen Defekt mit der Folge, dass nicht oder nur sehr eingeschränkt weitergefahren werden konnte. Wie eigentlich alles an der Ape war der Fehler recht simpel und ich habe ihn mit der Zange an meinem Taschenwerkzeug und einem Schraubenschlüssel unter einer Straßenlaterne beheben können.
  • Die Hauptuntersuchung der Ape ist inzwischen abgelaufen und ich muss mich dringend um einen Termin bei den Göttern im blauen Baumarktstrampler bemühen, damit ich einen neuen, bunten Aufkleber aufs Blechle bekomme. Sonst beschränkt nicht das Streusalz, sondern die Bedrohungslage eines Strafpunkts die Saison.
  • Die Ape hatte einen Totalausfall, was die Elektrik anging. Da kann sie nichts für und trotzdem konnte ich durch provisorische Maßnahmen pünktlich mein Kind abholen.
  • Ich habe der Ape an ein paar Stellen vor dem Winter einen verbesserten Rostschutz gegönnt und ein paar Lackstellen ausgebessert.

Schwarzgucker

Was für ein schöner Tag im späten Herbst! Man könnte meinen, es wird noch mal richtig Sommer! Vor einer Woche sind wir aus dem Urlaub wiedergekommen, da hätten wir dieses Wetter gern gehabt. Es war eher kühl und bedeckt.

Wenn ich schon meinen Sohn zum Spielen in den nächsten Ort bringen muss, dann wäre an einem solchen Tag die Ape die erste Wahl. Blöd, dass der Wohnwagen noch vor der Calessino-Garage steht . Also doch die geschlossene Vierraddose.

Am Abend möchte der Spross wieder abgeholt werden. Es ist noch angenehm warm und vor allem ist der Wohnwagen in sein Winterlager verschwunden. Erwartungsvoll schiebe ich das Garagentor auf, springe auf den Fahrersitz, stecke den Schlüssel ein – und schaue blöd. Glücklicherweise sieht es niemand, denn es ist ja dunkel in der Garage. Alles ist dunkel: Die Hintergrundbeleuchtung des Tachos, die Scheinwerfer, die Kontrolllampen. Ich drehe den Schlüssel noch mal zurück und dann wieder in die Zündstellung, obwohl ja klar ist, dass das nicht helfen wird: Nichts. Alles dunkel.

Zur Illustration: So sieht das Cockpit der Ape in der dunklen Garage aus, wenn die Batterie keinen Strom mehr hat. Auf der anderen Seite der Kamera ebenfalls nicht zu sehen: Ein blöder Gesichtsausdruck des Ape-Fahrers.

Während mein Gehirn gerade mit der einen Gehirnhälfte versucht herauszufinden, wohin all der Strom der immerhin 40 Ah großen Batterie verschwunden sein könnte, kann die für Emotion zuständige Seite sich nicht entscheiden zwischen der Angst, zu spät zu kommen, oder der Scham über Misserfolg, wenn ich statt mit der versprochenen Ape doch mit dem Familienkombi vorfahre.

Die erste Idee: Sollte dieses blöde Bremspedal wieder geklemmt haben und die Batterie ist am Leuchten der Bremslichter ausgeblutet, während ich gemütlich im Urlaub verweilte? Ja, das Bremslicht funktioniert bei der Ape auch ohne eingeschaltete Zündung!

Das Rätsel um den Grund der technischen Niederlage löst sich schnell von selbst, als meine Fingerkuppen das linke Tastenfeld im Armaturenbrett betasten: Es liegen in der Regel gleichmäßig dort alle Schalter in Ihrer Ruhestellung. Heute nicht, mein selbst bemalter Schalter für die Musik ist an. In einem heldenhaften, aber auf die Dauer von zwei Wochen nicht zu gewinnenden Kampf hat also die großzügig dimensionierte Batterie der Ape den Bluetooth-Verstärker am Leben erhalten, bis sie ihr letztes Milliampère ausgehaucht hatte.

Der Verstärker funktioniert bis hinunter zu 6 V, die Batterie ist offensichtlich vollkommen startunfähig, leer, wie sie nur sein kann. Die Frage ist, ob sie das auch für immer bleibt und an dieser Aktion gleich komplett gestorben ist. Starterbatterien mögen es überhaupt nicht, wenn sie tiefentladen werden – billige indische vermutlich am allerwenigsten.

Bleiben noch zwei Fragen: Die Erste nach der Schuld. Habe ich selbst vergessen, den Verstärker auszuschalten? Ist er vielleicht aus Versehen beim Einbringen des Rostschutzwachs in den Fensterrahmen betätigt worden? Oder haben vielleicht zwei kleine Patschehändchen des Kleinen beim Spielen in der Ape den Schalter betätigt?

Die zweite Frage ist nun: Bekomme ich die Ape schnell in Gang oder muss ich wirklich im Schandwagen losziehen, um den Sohn noch vor dem Abendessen abzuholen?

Zum Glück stand vor der Garage noch die 12-V-Batterie des Wohnwagens in ihrem Behälter, die sonst den Rangierantrieb des Anhängers antreibt. Die war vollgeladen. Also die hintere Motorklappe geöffnet und mit dem Starthilfekabel die Ape zurück ins Leben geholt. Die Frage ist nur: Werden 15 min Fahrt reichen, um die Batterie ausreichend zu laden, damit das Bienchen für die Rückfahrt auch wieder anspringt?

Im Prinzip müsste es möglich sein, die Ape allein anzuschieben. Ich habe es bisher nie probiert. Und so ist einfach die Kiste mit der Startbatterie zusammen mit dem Kabel mitgefahren. Gebraucht habe ich sie nicht, denn in der Tat ist die Ape nach der Viertelstunde selbsttätig wieder angesprungen. Müde zwar, aber sie ging an! Tapferes, kleines Arbeitsbienchen.

Dafür ergibt die 90-Ah-Zusatzbatterie im Beifahrerfußraum einen wirklich guten Schwerpunkt in Kurven.

Zurück zu Hause in der Garage habe ich die Batterie an das Ladegerät gehängt. Mal sehen, ob sie einen dauerhaften Schaden davongetragen hat.

Arbeitsbienchen

Mehr als ein halbes Jahr ist nun rum – und ich war dieses Jahr noch gar nicht mit der Ape zur Arbeit. Dabei kann sie da mal schön lang weglaufen und nicht immer nur Start-Stop und klein-klein! Mein Weg zur Arbeit sind 65 km – in jede Richtung.

Das Orakel von Meteosat versprach Sonne und Wärme und die Abwesenheit von Wasser. Perfekte Bedingungen, um mit offenem Verdeck den tristen Alltag in einen Genussrahmen zu setzen!

Als ich bei der Firma ankomme, stehen dort schon die Motorräder der Kollegen. Ich muss weit am Unterstand entlangfahren, um einen Platz für das Bienchen zu finden. Und was sehe ich dort? Wieder wartet dort ein altes Dreirad darauf, meiner Ape Gesellschaft zu leisten! Dieses Mal jedoch ist es nicht wie beim letzten Mal ein Krause Duo, sondern ein eisbonbonblau glänzender Messerschmitt-Kabinenroller KR200 aus den 1950er Jahren!

Was für ein schönes Gefährt – gleich viel Hubraum wie die moderne Ape, auch ein Cabriolet – dabei aber ein wenig schneller! ich schleiche noch einen Moment herum und bewundere das Gefährt. Es ist vermutlich das einzige Fahrzeug, bei dem man in der Betriebsanleitung nachlesen kann oder muss, wie man denn überhaupt einsteigt. Leider drängt dann das erste Meeting des Tages.

Wie man hier einsteigt, dafür gibt es eine Anleitung!

Als ich nach der Arbeit zurückkomme, ist der Kabinenroller verschwunden. Auf dem Rückweg komme ich am Maislabyrinth vorbei, das wir noch am Wochenende besucht hatten. Ich möchte mit der Drohne darüber hinwegfliegen und ein paar tolle Ansichten von der Ape in der Abendsonne machen. Die Drohne will das aber nicht – sie weigert sich, weit genug weg oder hoch genug zu fliegen. Irgendein Update fehlt ihr und sie möchte unbedingt nach Hause telefonieren. Später versuche ich ein paar Aufnahmen während der Fahrt mit 360-Grad-Kamera, aber auch die werden nichts. Die Stitching-Parameter passen nicht zu den Linsenkappen und überhaupt gibt kurz danach die Speicherkarte auf. Schade ist das, denn es ist ein wunderschöner Abend auf den Landstraßen.

Auf dem Weg in den Sonnenuntergang und nach Hause. Es ist ein wunderschöner Abend zwischen Feldern und Wiesen.

Es bleibt die „Freude am Fahren“ an sich und die Erkenntnis, dass manchmal die simple Technik die beste Technik ist.

Egal ob Ape oder Kabinenroller. Wobei ich den Roller gern mal ausprobiert hätte.

Mickey Maus hat eine Ape Faro Basso!

Oder zumindest so etwas Ähnliches. Das dachte ich mir beim Blick auf das Tablet, das der Kleine in der Hand hielt. So ist das mit Kindern von vier bis sechs Jahren: Kaum schaut man einmal weg, haben sie sich ein Tablet organisiert, YouTube angeworfen und schauen Dinge von zweifelhaftem Inhalt: Mickey Maus in diesem Fall. Schnell geschnitten, bunt, schrill und dafür ohne tieferen Inhalt oder – Gott bewahre – ein Lernziel.

Vielleicht ist auch beim ersten Blick meine Phantasie mit mir durchgegangen und es ist eine ältere Bajaj RE?

Nein, das passt auch nicht: Es gab die Bajaj wohl früher auch mit nur einer Lampe auf dem mitgelenkten Kotflügel – ähnlich wie bei einer Ape Faro-Basso. Aber solch eine alte Bajaj müsste dann die dreigeteilte Frontscheibe haben. Das Mäuse-Tuk hat aber eine gerundete, einteilige Frontscheibe – wie die Ape Calessino oder auch die modernere Bajaj RE.

Eine ältere Bajaj RE, aufgenommen von mir in Pune, Indien

VVermutlich ist es doch einfach nur ein generisches Tuk Tuk. Es fehlen so oder so die Blinker an der Front. Dazu haben diese beiden Tuk Tuks (wie auch alle anderen im Film, die regulär grün-weiß daherkommen) keine Trennwand hinter dem Fahrer. Da hat die Ape City aber eine dünne Wand, die Bajaj RE dazu noch einen deutlich sichtbaren Kasten aus Blech. Die Aufhängung des Vorderrades mit der geschobenen kurzen Gabel erinnert mich dann doch wieder an die Konstruktion der Ape seit Generationen.

Es ist also doch ein generisches Gefährt. Oder dramatischer sozusagen „Frankensteins Dreirad“.

Quelle: Micky Maus: Kunterbunte Abenteuer – Folge 16 – Tuk Tuk




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Kaum ist die Neugierde geweckt, habe ich an anderer Stelle gleich ganz andere Details gefunden, bei denen Disney so nah an der indischen Realität ist, dass es verblüfft: die Ladung der kleinen Dreiräder und ihre ordnungsgemäße „Ladungssicherung“. Genau so habe ich es vor über einer Dekade in Indien erlebt!

Doch seht selbst mit eigenen Augen:

Quelle: Micky Maus: Kunterbunte Abenteuer – Folge 59 – Die pinkfarbene Stadt

6000 km

Es ist so weit: Der nächste volle Tausender für die Calessino liegt an. Auf dem Rückweg vom Baumarkt dreht sich die Walzenrolle langsam auf die 6 mit den vier Nullen.

Wieder eine Landmarke erreicht. Und dabei sehr unspektakulär. Was ist eigentlich in den letzten tausend Kilometern so passiert? Seit dem Ölwechsel eigentlich nichts mehr. Und das meine ich positiv: Sie ist immer angesprungen, es ist nichts kaputtgegangen und ich habe keinen Rost entdeckt, den ich nicht schon kannte.

Man könnte sagen, die Ape wird in gewisser Weise langweilig. Aber das ist auch eine tolle Sache, wenn man sie im Alltag benutzen will und sonst noch fünf Fahrzeuge in seiner Obhut hat, die alle nicht jünger als 12 Jahre sind.

Der Plan ist, dieses Jahr noch mindestens die 7000 km zu erreichen. Das nächste Öl gibt es bei 10.000 km und sonst steht dieses Jahr nur wieder die Hauptuntersuchung an. Da freue ich mich schon drauf, das wird wieder lustig!

Stau auf dem Land

Ich mag meinen Postboten, aber aus irgendeinem Grund hat er mir mein Paket heute nicht gebracht. Stattdessen bekomme ich die Benachrichtigung, dass es in der Packstation liegt.

Kein Problem, ich habe einen Zeitschlitz von genau 15 Minuten zwischen zwei Online-Besprechungen und nur einen guten Kilometer bis zur Packstation. Das sollte kein Problem darstellen. Eigentlich.

Kaum aus der Garage, treffen mich die ersten Regentropfen von oben, wo kein Verdeck ist. Ich ignoriere das Problem, denn es würde zu lange dauern, das Verdeck zu schließen.

Mit dem Paket auf der Rücksitzbank geht es zurück. Ich liege gut in der Zeit, die Straße vor mir ist blockiert. Es ist kein Durchkommen mehr. Mein Gegenverkehr hält sich an keine Regeln, hält direkt auf mich zu, zwingt mich zum Anhalten. Einige ziehen links vorbei, einige rechts. Einige bleiben genau vor meinem Vorderrad stehen und schauen mich blöd an. Einige streifen sogar meine Ape. Es gibt zwar Aufpasser, aber es sind zu wenige für zu viele Verkehrsregelverweigerer.

Seit heute weiß ich nun, dass eine Ape Calessino in den Federn wackelt, wenn ein ausgewachsenes Mutterschaf sich an ihr schubbert. Und auch, warum der Kotflügel über dem Vorderrad so heißt, wie er nun mal heißt.

Zur nächsten Besprechung bin ich 5 Minuten zu spät gekommen …

Nasser Hintern

Eigentlich ist es warm und bis zum späten Abend ist kein Regen angesagt. Noch eben zum Baumarkt, um Rollladenteile zu kaufen. Jetzt wird es schon früh dunkel und es ist schon deutlich kühler. Die Calessino-Saison neigt sich langsam dem Ende zu.

Die Calessino hat vorne Lichter. Ich rede mit Bestimmtheit nicht von „Scheinwerfern“, denn das wäre technisch ob der 35-W-Bilux-Lampen falsch. Wenn schon, dann muss es „Schummerwerfer“ heißen! Aber immerhin hat sie zwei davon, es muss wohl irgendwann mal Vorschrift geworden sein. Keine Ahnung, wie die Leute früher mit einer Lampe auf dem vorderen Kotflügel der Faro-Bassos überhaupt nachts nach Hause gefunden haben.

Kaum im Baumarkt angekommen, vernehme ich ein Geräusch. Eine Art von klopfendem Rauschen. Es regnet.

Bei der Calessino mache ich nicht das Verdeck auf, wenn es sonniges Wetter gibt, sondern es bleibt auf, bis es ernsthaft regnet! Das kommt mir gelegen, denn heute will ich neue Wellen für die Rollläden kaufen, und so kann ich diese einfach hochkant in den Passierfußraum stellen und mit Spanngurten am „Überrollbügel“ festbinden.

Die Calessino hat eigentlich nichts, was nicht auch nass werden dürfte. Gummimatte auf dem Boden, Sitzbezüge aus Kunstleder. Kritisch sind nur die Stellen, wo der Lack nicht richtig hingekommen ist.

Die Rückfahrt verläuft blöd: Die Rollladenwellen klappern, ich sitze mit einem nassen Hintern auf der nassen Sitzbank, der Scheibenwischer zieht Schlieren über die Scheibe und er hat auch keine Intervallschaltung. Dazu ziehen mit die Wassertropfen über die Kapuze meiner Outdoor-Jacke. Mit der Kapuze sieht man nicht viel nach links und rechts, mit den Lampen und dem Scheibenwischer aber auch nichts nach vorn. Das merke ich schnell, als mein Hintern auf einer Linksabbiegerspur ein Schlagloch findet, das meine Augen nicht gefunden haben. Vom Gefühl her war es so groß, dass ein halbes Hinterrad der Ape hineingepasst hat. Bei nasser Straße geht es den Lampen nur noch darum, gesehen zu werden.

Nach der Fahrt und dem Regen zu Hause habe ich dann doch noch das Verdeck geschlossen. Es soll ja schließlich keine Stockflecken kriegen!

Jahres-Ape-Rechnung

Das neue Jahr fängt an und es ist Zeit, das letzte Jahr mit der Ape einmal revue passieren zu lassen.

Vor einem Jahr habe ich mir Vorsätze für das Jahr 2022 vorgenommen, was die Ape angeht. Meine Vorsätze sind im Wesentlichen den Gang der meisten Neujahrsvorsätze gegangen. Den einzigen Haken kann ich an die erfolgreiche Hauptuntersuchung machen. Der Rest der Punkte ist zumindest im letzten Jahr nichts geworden: 100 Geocaches an einem Tag? Anderen Familien-Aktivitäten zum Opfer gefallen? Die Chrom-Blenden für die Scheinwerfer? Ich habe mich nicht getraut, die Blechhalter abzusägen. Vermutlich muss man das aber tun. Mit der Ape zum Drive-In? Haben wir einem Spielkollegen meines Sohns versprochen, aber noch nicht gemacht. Und jetzt ist ja nun erst mal Winter.

So geht es weiter, versuchen wir es einfach in 2023 noch mal. Immerhin habe ich gleich zwei Mal die Ape zur Arbeit genommen. Das klingt nicht besonders, aber mein Arbeitsweg sind halt schon ca. 130 km am Tag…

Ja, wir haben trotzdem eine Menge Spaß gehabt, die blaue Calessino und ich. Und jetzt könnte man fragen, was mich der Spaß denn über das Jahr gekostet hat:

Bei einem Verbrauch von 3,92 l/100 km habe für 1840 km im Jahr 2022 ganze 72 l Benzin gebraucht. Das hat mich 132 Euro gekostet und ergibt somit variable Betriebskosten von 7,18 €/100 km.

Das ist einfach, denn außer Benzin gab es im letzten Jahr keine Betriebsmittel zu kaufen. Wartung mit Ölwechsel machen wir dann in diesem Jahr, wenn die 5000 km rum sind!

Bleiben noch die Fixkosten:

  • 67,90 € Hauptuntersuchung
  • 42,00 € Steuer
  • 28,88 € Versicherung.

Unsere Ape kostet uns also ca. 11,50 € im Monat – nur damit sie da ist.

Der größte Anteil dürfte der Wertverlust sein, wenn ich die Ape über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abschreibe, dann wären das ca. 700 € im Jahr.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit – denn die Ape möchte ich schon länger als 10 Jahre behalten. Außerdem hat sie einen Restwert. Und den zu kalkulieren fällt mir sehr schwer: Es gibt keine Ape mehr neu zu kaufen und der Markt in Deutschland ist so wie so eher ein Liebhaber-Markt. Wer kauft sich hier eine Ape, nur weil er irgendwas zum Fahren braucht? Wenn ich die Angebote für Api im Netz so ansehe, dann wäre sie verblüffend wertstabil – falls jemand die in den Portalen aufgerufenen Preise denn auch realisiert bekommt. Denn der Markt für Api ist alles in allem in Deutschland doch eher klein.