In mattem Schwarz gerollt, so steht sie da: Eine ältere 50er TL4T oder frühe TL6T steht in einer Seitenstraße der Milbertshofener Straße in München. Ich entdecke sie morgens auf dem Weg vom Hotel zu meiner Arbeit. Sie sieht aus wie eine echte Arbeitsbiene: Über 30 Jahre blickt sie mit ihrem einsamen Scheinwerfer in die Welt und wurde nicht geschont. Eine Pritsche mit Gitter und etwas Ladung, die Kunststoffkotflügel ausgeblichen. Bisher hatte ich in München nur eine Werbe-Ape im Olympiapark gesehen, dieses Exemplar hat dagegen auch wirklich ein paar Meilen Straße gesehen.
Stärker könnte der Kontrast in der deutschen Stadt mit den höchsten Einkommen und den höchsten Quadratmeterpreisen nicht sein: Nur 10 min früher und einen Kilometer entfernt war ich erst an einem Schaufenster vorbeigelaufen, in dem ein Bugatti Veyron zum Verkauf angeboten wurde.
Vor Weihnachten wollten wir mit der RUHR.TOPCARD nach Oberhausen ins Spaßbad. Nein, nicht mit der Calessino – es regnet gefühlt seit Wochen und Oberhausen ist einmal durch das ganze Ruhrgebiet – da wäre man einen ganzen Tag mit Fahren beschäftigt. Außer man nähme die Autobahn, was – also hypothetisch und rein rechtlich – mit dem Calessino 200 erlaubt wäre!
Mit dem Auto also erst mal zum CentrO in den LEGO-Laden und dann etwas im Food Court essen, bevor es ins Schwimmbad geht. Wir haben uns extra einen Montagvormittag ausgesucht und es war trotz Vorweihnachtszeit fast nichts los. Perfekt.
Nichts los galt dann auch für diese schöne Ape. Sieht toll aus, war aber geschlossen. Kein „Americano“ heute. Ich frage mich, wovon die Weißwandreifen so dreckig geworden sind – vom Fahren kann es nicht sein. Viel kann sie noch nicht erlebt haben, was mit Straßenverkehr zu tun hat. Es ist eine ZAPC81 und damit quasi neu.
Die Scheinwerfermaske wurde lackiert, der Kotflügel auch – wie die ganze Ape in weinroter Sonderlackierung. Dazu Chromspiegel, Kantenschutz in Chrom, doppelte Dachgepäckträger, maßgefertigter Aufbau – hier hat jemand viel Liebe zum Detail und Geld hineingesteckt. Nur, dass sie leider nicht fahren darf. Keine „Garage Queen“, sondern eine Verkaufs-Immobilie. Irgendwie schade.
Die Pentaro war ein Ape-Sattelzug. Piaggio hatte wohl Ende der 50er die Idee, dass eine Ape für die wachsenden Transportaufgaben doch ein wenig klein ist. Ein Lastwagen? Passt durch eine historische italienische Altstadt nicht durch. Überhaupt: Etwas Neues zu entwickeln ist ganz schön teuer. Also lag die Idee nahe: vorn die Ape, hinten einen Auflieger dran – Problem behoben – ab in die Pizzeria!
Ab 1960 wurden die Fünfräder dann wirklich gebaut und genau der Umstand lieferte auch den Produktnamen: Es hat halt nicht drei, sondern „penta“ von den Ruota (=Räder). Mit dem Anbau wird aus der niedlichen, weiblichen Ape dann auch gleich ein Männchen, denn es heißt „der Pentaro“ und nicht etwa „die Pentaro“. Warum? Ich weiß es nicht.
Insgesamt haben sie in Pontedera dann von 1960 bis 1968 vermutlich um die 3800 Fahrzeuge gebaut und dafür rund 19.000 Räder verbraucht – aber nur 3800 Lampen. Die Zugfahrzeuge haben auch den Modellwechsel mitgemacht, so dass es Pentaros sowohl mit Lampe oben als auch mit Lampe unten gibt – aber immer nur mit einer. Mit Auflieger hießen die Modelle dann erst APA1T und später APC2T.
Den Auflieger gab es wohl auch in zwei Ausführungen: als offene Pritsche und als geschlossenen Kasten. Im offiziellen Piaggio-Museum in Pontedera steht ein Pentaro als wortwörtlicher „Feuerwehr-Zug“.
Heute gibt es nur noch wenige Pentaros und noch viel weniger hintere Bremszylinder – oder andere Ersatzteile, die spezifisch für die Pentaro sind. Entsprechend hoch sind die Preise und ein Pentaro wohl gleichzeitig die teuerste Art überhaupt, eine Ape zu fahren.
Italienisch für „Lampe unten“. Bei frühen Modellen der Vespa war die Frontlampe auf dem Kotflügel des Vorderrades angeschraubt. Durch die eher kleinen Räder der Vespa war „il Faro“ – der Scheinwerfer – also ziemlich weit „basso“ – also unten – angebracht.
Da die erste Ape im Prinzip eine Vespa mit einer breiten Hinterachse mit zwei Rädern und einer Holzpritsche darüber war, hatte diese natürlich auch den einzelnen, niedrigen Scheinwerfer.
Auch später gebaute Ape-Modelle mit Fahrergehäuse gehören zu den „Faro Basso“, solange der Scheinwerfer unten am Kotflügel angebracht war.
Eine Ape 50 aus den späten 80er Jahren ist also keine „Faro Basso“ – auch wenn sie nur einen Scheinwerfer hat. Dieser sitzt aber in der Karosserie (also „oben“) und nicht am Kotflügel „unten“.
Vorteil des untenliegenden Scheinwerfers war sicherlich, dass dieser in die Kurve hineinleuchtet. Die Minimalversion des Kurvenlichts also. Das macht den Lichtschein aber auch sehr nervös. Macht nichts, war ja sowieso nicht viel. Die ersten Ape-Modelle hatten noch eine 6-V-Elektrik!
Eigentlich ist es warm und bis zum späten Abend ist kein Regen angesagt. Noch eben zum Baumarkt, um Rollladenteile zu kaufen. Jetzt wird es schon früh dunkel und es ist schon deutlich kühler. Die Calessino-Saison neigt sich langsam dem Ende zu.
Die Calessino hat vorne Lichter. Ich rede mit Bestimmtheit nicht von „Scheinwerfern“, denn das wäre technisch ob der 35-W-Bilux-Lampen falsch. Wenn schon, dann muss es „Schummerwerfer“ heißen! Aber immerhin hat sie zwei davon, es muss wohl irgendwann mal Vorschrift geworden sein. Keine Ahnung, wie die Leute früher mit einer Lampe auf dem vorderen Kotflügel der Faro-Bassos überhaupt nachts nach Hause gefunden haben.
Kaum im Baumarkt angekommen, vernehme ich ein Geräusch. Eine Art von klopfendem Rauschen. Es regnet.
Bei der Calessino mache ich nicht das Verdeck auf, wenn es sonniges Wetter gibt, sondern es bleibt auf, bis es ernsthaft regnet! Das kommt mir gelegen, denn heute will ich neue Wellen für die Rollläden kaufen, und so kann ich diese einfach hochkant in den Passierfußraum stellen und mit Spanngurten am „Überrollbügel“ festbinden.
Die Calessino hat eigentlich nichts, was nicht auch nass werden dürfte. Gummimatte auf dem Boden, Sitzbezüge aus Kunstleder. Kritisch sind nur die Stellen, wo der Lack nicht richtig hingekommen ist.
Die Rückfahrt verläuft blöd: Die Rollladenwellen klappern, ich sitze mit einem nassen Hintern auf der nassen Sitzbank, der Scheibenwischer zieht Schlieren über die Scheibe und er hat auch keine Intervallschaltung. Dazu ziehen mit die Wassertropfen über die Kapuze meiner Outdoor-Jacke. Mit der Kapuze sieht man nicht viel nach links und rechts, mit den Lampen und dem Scheibenwischer aber auch nichts nach vorn. Das merke ich schnell, als mein Hintern auf einer Linksabbiegerspur ein Schlagloch findet, das meine Augen nicht gefunden haben. Vom Gefühl her war es so groß, dass ein halbes Hinterrad der Ape hineingepasst hat. Bei nasser Straße geht es den Lampen nur noch darum, gesehen zu werden.
Nach der Fahrt und dem Regen zu Hause habe ich dann doch noch das Verdeck geschlossen. Es soll ja schließlich keine Stockflecken kriegen!
Einen Tag in Büsum – und ich hätte nicht gedacht, hier auf eine Ape zu stoßen. Erst recht nicht auf einen ganzen Haufen.
Zunächst waren wir nach von ans Meer zum Büsumer Leuchtturm. Mann, was war das ein Wind hier, der die Gischt vom Meer herüberbläst! Auf dem Deich konnte man nicht gerade stehen. Dazu war ich froh, dass es gerade einmal nicht regnete!
Eine weiße Ape 50 ZAPC81 trägt Werbung für ein Geschäft am „Lighthouse“-Hotel.
Um die Ecke steht in einer Mauernische der Landseite des „Lighthouse“-Hotelkomplexes eine Ape 50. Es ist eine ZAPC81, das neueste Modell und damit keinesfalls älter als 5 Jahre. Aber schaurig anzusehen, wie sie schon rostet! Das ist wohl der Tribut an die salzige, gesunde Meerluft! Abnutzung kann es wohl nicht sein, denn ein Blick auf den Tacho verrät, dass diese Ape nie in den Genuss kam, die langen Geraden der norddeutschen Tiefeebene zu befahren. Wie sagt man in Friesland noch so schön: Da kannst Du morgens schon sehen, ob einer nachmittags mit seiner Ape zu Besuch kommt. Dieses Bienchen hat nur ganze 31 km auf dem Zähler.
Nur 31 km, weiter hat diese arme Ape es noch nicht geschafft. Es ist eine echte Werbe-Queen. Sozusagen eine Immobilie.
Nun steht sie sich hier mit Ihren Weißwandreifen platt, und nur der Besitzer weiß wohl, warum sie nur einen davon bekommen hat. Auf der Hinterachse muss weiterhin ein Schwarzfuß sein Die Unschuldige im weißen Gewand trägt wie zum Beweis ihrer Jungfräulichkeit noch alle Angstnoppen auf ihrem Pneu.
Der einzige Weißwand-Reifen ist vorn montiert. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er trotz nicht-Benutzung noch Luft enthält, noch über alle Gummi-Noppen der Fertigung verfügt und ansonsten in der gesamten Umgebung das einzige Bauteil ohne Rostbefall ist.
In der Hafenstraße entdecke ich dann eine weitere Ape! Sie ist kaum zu übersehen: In Feuerwehr-Rot mit gelben Warnstreifen. Und wieder ist es eine neue ZAPC81. Man könnte meinen, es sei eine Feuerwehr-Ape. Ja, sowas gibt es wirklich, zum Beispiel in Königswinter. Aber bei genauerem Hinsehen steht „FeWoWehr“ drauf und es ist doch nur eine Werbe-Ape wie so viele andere 50er auch. Nur hat sie ein echtes Blaulicht mit einem Reflektor und Lampe. Wie der Eigentümer das wohl genehmigt bekommen hat? Vermutlich gar nicht – und das liegt daran, dass eine Ape 50 ja keiner Pflicht zur Hauptuntersuchung unterliegt.
In der Hafenstraße steht eine „Fewowehr“-Ape.
Kurz bevor wir Büsum verlassen, schauen wir noch im Hafen vorbei. Ich möchte ein Bild vom Kutter „Hauke“ machen, der dort am Kai liegt. Und was sehe ich? Da ist ja noch eine von den roten Api, die gern bei der Feuerwehr sein würden. Oder ist es die selbe von eben? Dann wäre sie schnell gefahren und eigentlich hätte ich sie auch hören müssen. Außerdem scheint sie allgemein nicht viel zu fahren, denn auch bei Google Street View steht sie schon an diesem Platz:
Bei Google Street View auch zu sehen: Die Fewowehr-Ape. Quelle: Google Street View.
Lange habe ich nachgedacht, ob es die selbe Ape ist oder ob es zwei oder mehr von dieser Sorte gibt. Das Nummernschild habe ich nicht fotografiert und daher habe ich immer mehr gezweifelt. Wenn es zwei Api wären, dann müsste man doch einen Unterschied finden können: Luigi und Andrea in Pontedera bauen ganz bestimmt nie zwei Api auf exakt gleiche Weise zusammen, das kann nicht sein. Denn das wäre Qualität: Eine wie die andere
„Am Fischereihafen“ findet man Plötzlich einen Doppelgänger der „Fewowehr“-Ape.
Aber doch finde ich lange keinen Unterschied – bis auf die andere Spiegel-Stellung. Aber das kann passieren, wenn man daran hängen bleibt. Selbst der Reflektor des Blaulichts ist in der gleichen Position stehen geblieben. Sie gleichen sich wirklich von der Schraube bis zum Aufkleber.
Aber doch sind es zwei. Wer findet den Unterschied?
Den ersten Ölwechsel nach Wartungsplan hat bei rund 1000 km eine Piaggio-Vertragswerkstatt gemacht. Jetzt hat die Ape rund 5000 km auf der Uhr und es ist Zeit für neues Motoröl.
Eine Werkstattbuch habe ich nicht und bei YouTube habe ich mir ein Video angesehen, dessen Sprache ich nicht verstehe und bei dem auf recht hemdsärmelige Weise Leute mit dunklem Hauttyp im Sand am Straßenrand das Öl einer Ape Auto Rikshaw wechseln. Vermutlich ist das in Indien oder Pakistan. Immerhin ist mein Fahrzeug im Prinzip identisch. Bilder sagen mehr als Worte, aber trotzdem hier die Beschreibung wie ich es gemacht habe:
Schritt 1: Material besorgen
1,6 l Motoröl für 4T-Roller mit Freigabe nach JASO MA2 für Naskupplungen. Ich habe das LiquiMoly 15W-50 4T Street gewählt. (was schreibt Piaggio vor)?
1x Motoröl-Schraubfilter PIAGGIO 82635R, 483727 bzw 1A022356 oder vergleichbaren mit ca. Ø 50×67 mm und M14-Gewinde, wie der Mahle OC 731 (den ich verwendet habe) oder ein CHAMPION COF083.
Schritt 2: Werkzeug bereit legen
fusselfreies Tuch
Ratsche mit Steckeinsatz oder Ringschlüssel mit 24 mm Schlüsselweite
Trichter mit einem Stück Schlauch dran
universaler Ölfilterschlüssel mit Spannband + 10 mm Steckeinsatz
Ölauffangwanne
Bremsenreiniger
Gummi-Handschuhe
Schritt 3: Vorbereitung
Schritt 3.1: Das Beste gleich am Anfang – eine Runde mit der Ape fahren, denn wir wollen heißes Öl haben! Das fließt einfach besser aus dem Motor raus. Am Ende der Fahrt die Ape auf einem flachen und möglichst gut zu reinigendem Untergrund parken und entweder den Gang drin lassen oder die Handbremse ziehen – Haupsache die Ape rollt nicht weg! Ich habe sie dazu in die Garage gestellt.
Schritt 3.2: Verdeck weg! Dazu die Tenax-Knöpfe im Heck öffnen und das Stoffverdeck hochbinden. Wir wollen keine Ölflecken auf dem schönen weißen Verdeck haben!
Schritt 3.3: Die Motorklappe hinten öffnen. Mich hat sie gestört und so haben ich sie gleich komplett abgebaut. Dann kommt man besser an den Motor dran.
Schritt 3.4: Etwas unter den Motor legen, falls Öl daneben geht. Ich habe eine große, alte Pappe genommen.
Schritt 3.5: Die Ölauffangwanne unter den Motor stellen.
Schritt 4: Raus mit dem alten Öl
Schritt 4.1: Mit dem Steck- oder Ringschlüssel die Ölablassschraube lösen. Die liegt, wenn man von hinten auf den Motor schaut (also in Fahrtrichtung) rechts vom Zylinder an der tiefsten Stelle des Motors nachts – nicht nach unten wie man das gewöhnt ist!
Klingt einfach, war es bei mir aber nicht. Der unglaubliche Hulk arbeitet in der Werkstatt, welche den 1000-km-Ölwechsel an unserer Ape durchgeführt hat. Ich habe echt die Kraft meines rechten Beines gebraucht, um die Schraube mit dem Steckschlüssel gelöst zu bekommen!
Bitte keine Maulschlüssel oder verstellbaren Schraubenschlüssel nehmen: Dabei besteht die Gefahr, dass man sich die schöne, sechseckige Ölablassschraube rund dreht. Und dann schaut man blöde!
Falls Du auf der linken Seite eine Ölablassschraube findest, lass sie zu! Du würdest Dich wundern, wie schön goldgelb das Öl nach 5000 km noch ist bevor Du dir bewusst wirst, dass Du gerade das Getriebeöl abgelassen hast- und du keinen Plan hast, wie man das wieder hinein bekommt.
Schritt 4.2: Die Ölwanne genau unter die Ölablassschraube stellen, spätestens jetzt die Gummihandschuhe anziehen und die Ölablassschraube lösen. Gut festhalten damit sie nicht in die Wanne fällt. Aber wir haben zur Not ja die Handschuhe an. Oder?
Schritt 4.3: Hinter der Ölablassschraube sitzt ein kleines Plastiksieb als Vorfilter. Dieses herausziehen und mit Bremsenreiniger und dem Tuch reinigen. Danach so ablegen, dass keine Fremdkörper daran haften – also nicht auf den Boden legen!
Schritt 4.4: Da läuft es hin, das alte Öl. Während das läuft und tropft, können wir schon mal mit dem Bremsenreiniger und dem Tuch die Ölablassschraube putzen. Hängen Metallspäne am Magneten der Schraube? Ich hoffe nicht, denn sonst gibt esirgendwo ein abrassives Problem im Motor.
Schritt 5: Filter wechseln
Schritt 5.1: Den Ölfilter suchen. Er sitzt in Fahrtrichtung auch rechts seitlich am Motor – nicht weit von der Ablass-Schraube. Um Ihn von Hand zu lösen, hatte der grüne Werkstatt-Hulk diesen viel zu fest gezogen.
Wer Glück hat, der findet ein Werkzeug, dass den Ölfilter zu fassen bekommt. Er ist bei der Ape recht klein im Durchmesser und daher griff weder meine „Spinne“ noch das einstellbare Spannband. Ich habe das so gelöst, dass ich den Steckschlüssel (daher umgangssprachlich „die Nuss“) auf eine der abgeflachten Stellen des Ölfilters gestellt habe und beides zusammen dann mit dem Spannband-Schlüssel umfasst habe. So konnte ich den Ölfilter dann doch lösen.
Den Ölfilter mit dem Altöl bitte fachgerecht entsorgen, anstatt ihn im Vorgarten zu vergraben! Nein, auch nicht im Vorgarten vom Nachbarn!
Schritt 5.2: Neuen Ölfilter an der Gummidichtung mit etwas Altöl aus der Auffangwanne bestreichen und dann mit der Hand fest schrauben. „Mit der Hand fest“ reicht völlig. Sei nicht dumm, sei nicht wie Hulk.
Schritt 5.3: Das Schmutzgitter wieder in die Öl-Ablassöffnung einsetzten.
Schritt 6: Neues Öl dauf
Schritt 6.1: Nein, noch nicht das Öl drauf! Das würde unten wieder raus laufen. Also erst die Öl-Ablassschraube mit etwas Altöl bestreichen, denn diese hat bei der Ape eine Gummi-Dichtung!
Schritt 6.2: Die Ölablassschraube wieder fest ziehen. Aber nur etwas! Eine Angabe in Newtonmeter habe ich nicht gefunden. Da die Schraube eine Gummidichtung hat, hält sie dicht, auch wenn man sich nicht mit dem ganzen Gewicht auf das Verlängerungsrohr vom Schraubenschlüssel gestellt hat! Handfest reicht!
Schritt 6.3: Dann habe ich den Kunststoffschlauch auf die Tülle des Trichters gesteckt. Das untere Ende des Schlauches kommt in das Loch vom Peilstab. Zum Abmessen der Ölmenge habe ich mir einen Messbecher besorgt. Manche Ölkanister haben ein Sichtfenster. Langsam kippen.
Schritt 6.4: Nachdem das Öl im Motor ist, mit dem Peilstab nachmessen, ob die Menge wirklich stimmt. Der Ölstand sollte in der Markierung des Stabs liegen. Das ist ein wenig schwer auf dem Bild zu erkennen – so ein schönes, durchsichtiges frisches Öl is jetzt im Motor!
Schritt 6.5: Den Ölpeilstab jetzt wieder eindrehen und mit der Hand fest ziehen. Ja, mit der Hand, wenn du dran kommst. Ich habe eine Zange genommen, um ihn vorsichtig zu greifen. Aber der Kleine ist sensibel, ganz aus weichem Plastik.
Schritt 7: Probelauf und Probefahrt
Schritt 7.1: Den Motor an und die Öldruck-Lampe beobachten. Nach spätestens 2 s sollte sie aus sein.
Schritt 7.2: Eine Runde mit der Ape zur Probe fahren: Ist zwar nicht notwendig, aber immer wieder schön. Warum auch nicht?
Mit dem Öl haben wir jetzt nie nächsten 5000 km Ruhe, sagt Piaggio.
Dafür sollen wir alle 5000 km die Reifen reihum tauschen, damit sie sich gleichmäßig abfahren.
Wenn wir nicht 10.000 km oder ein Vielfaches davon auf dem Kilometerzähler haben, denn dann gibt es noch ein paar andere Dinge der Wartung auszuführen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Aber auch sonst ist es eine gute Möglichkeit mal eben mal nachzusehen, was die Ape sonst noch brauchen könnte. Ist genügend Luft in den Reifen? Brauchen wir einen neuen Luftfilter? Ist noch Wischwasser mit Scheibenfrostschutz im Tank? Oder wie wäre es mit einer Kontrolle der Scheinwerfer und Leuchten und des Bremsflüssigkeitsstands?
Das „Amuni“ ist ein kleines italienisches Restaurant, ziemlich zentral gelegen am äußersten Zipfel des wunderschönen Platzes „De Burg“ in Brügge. Über die Qualitäten des Restaurants kann ich nichts sagen, ich bin nur aufmerksam geworden, weil diese schöne 50er davorstand. Genau das scheint ja auch die Aufgabe dieser Ape zu sein. Es müsste eine Ape 50 TL4T aus der ersten Hälfte der 90er Jahre sein – denn sie hat nur einen Scheinwerfer, ein flaches Dach und die einteiligen Seitenscheiben. Die Farbgebung passt gut zur Italienerin, oder?
Mit ihrer vorderen linken Ecke muss sie mal „was erlebt“ haben. „Was erleben“ kann man als Tourist hier sicher auch – obwohl es ein trüber Tag ohne riesigen Touristenandrang war, liefen da ein paar scheinbar ziellose Typen auf dem Platz herum, die offensichtlich auf Touristen warteten. Zu beobachten, wie einer eine einzelne Person ansprach, sich eben unauffällig umschaute nach dem Straßenschild, um dann zu fragen, ob die Touristin ihm wohl sagen könnte, wie man zu genau diesem Ort kommen könnte – nicht verboten, aber „sketchy“. Definitiv DEFCON 3, denn es ist ein guter Grund für eine Frau, ihre Handtasche zu öffnen und das Handy herauszuholen. Praktisch, dass der Mensch ein Fahrrad dabei hatte, oder?
Also: Geht hin nach Brügge – es ist eine wunderschöne Stadt. Passt nur auf, dass Euch niemand folgt …
Schöne, und gut erhaltenen 50er aus den 90er-Jahren. Kampfspuren zeugen davon, dass es wohl keine „Bordstein-Queen“ zur Werbung allein ist.