Es ist später Dezember, aber gestern war ich noch mit der Ape in die Stadt zu einem Krankenhausbesuch gefahren – mit offenem Verdeck bei strahlend blauem Himmel!
Nun, es waren Temperaturen um den Gefrierpunkt, aber mit dem gefütterten Eismantel, Winterhandschuhen und einer Mütze war es eine angenehme und gemütliche Fahrt.
Trotz der serienmäßig üppig bemessenen Batterie von rund 40 Ah bemühte sich die Ape mehrere Umdrehungen redlich, den Motor auf Startgeschwindigkeit zu drehen. Hat geklappt, hat aber fühlbar Mühe gekostet. Die ersten paar Sekunden mochte der kleine Motor dann auch ein paar Millimeter Spalt in der Drosselklappe bekommen, um nicht gleich wieder auszugehen.
Nachdem die ersten Gangwechsel durch ein Getriebeöl mit der gefühlten Konsistenz von Butter geschafft waren, lief die Ape fröhlich und flott wie eh und je durch die Kälte. Die höhere Dichte der Luft erhöht theoretisch den Füllgrad des Motors. Mein Kollege mit Privatpiloten-Lizenz (ja, der mit dem Karnickelsprit) sagt immer dazu: „Es ist tragfähige Luft.“ Bei den Flugmotoren – Konstruktionen, die wie die Ape bis auf die 50er-Jahre zurückgehen – gibt es wirklich mehr Leistung bei kalter Luft. Dazu steigen der Wirkungsgrad des Propellers und der Auftrieb der Flügel durch die höhere Dichte der Luft. Das merkt man real: Nie kommt man so schnell hoch wie an einem kalten Wintertag.
Auch heute war wieder so ein sonniger Wintertag mit stahlblauem Himmel, so dass meine Wahl sofort wieder auf die Ape fiel. Den Mantel an und die Mütze ins Gesicht gezogen sehe ich es auf der Straße glitzern: Das ist kein Raureif, sondern große Körner liegen da verstreut. Die staubtrockene Straße ist übersät von Salzkristallen der Größe ausgewachsener Ameisen. Die Schergen der Straßenmeisterei waren auf Raubzug. Sie sind sozusagen die Antagonisten des Fahrzeugherstellers. Der Sensenmann der Automobilwelt, der das Ende des Fahrzeuglebens einfordert und die Gefährte zurück in die Welt der Metallurgie holt. Alpha wie Auto, et Omega wie Ofen.
Wir alle wissen, dass italienische Fahrzeuge nicht für Streusalz gedacht sind und indisch gepresste Apen schon einmal überhaupt nicht. Die trockenen Bröckchen auf der Straße machen mir da keine rechte Angst, trocken sind sie wie Straßenstaub. Sorgen mache ich mir über den Rückweg, wenn das hygroskopische Salz Feuchtigkeit aus der Luft aufgenommen hat und plötzlich die Reifen einen nassen Salzsprühnebel von der Straße auf den Unterboden werfen – obwohl es nie geregnet hat.
Ich arbeite lange genug in der Automobil-Zulieferindustrie, um zu wissen, was ein Salzsprühnebeltest mit Dingen anstellt, die aus Metall sind.
Nein, heute bleibt Ape in der Garage. Genau genommen muss es heißen: „Ab heute bleibt die Ape in der Garage.“ Mindestens bis es ein paar Mal stark geregnet hat.
Das ist also das Ende der Saison 2025. Schauen wir, was das Jahr 2026 für die Ape bringen wird. Eines scheint dabei schon mal sicher: Es wird die größere 10.000-km-Wartung kommen mit Ölwechsel, Ventilspiel-Einstellung und Durchsicht der Fahrwerkslager. Das wird spannend.
Den ersten Ölwechsel nach Wartungsplan hat bei rund 1000 km eine Piaggio-Vertragswerkstatt gemacht. Jetzt hat die Ape rund 5000 km auf der Uhr und es ist Zeit für neues Motoröl.
Eine Werkstattbuch habe ich nicht und bei YouTube habe ich mir ein Video angesehen, dessen Sprache ich nicht verstehe und bei dem auf recht hemdsärmelige Weise Leute mit dunklem Hauttyp im Sand am Straßenrand das Öl einer Ape Auto Rikshaw wechseln. Vermutlich ist das in Indien oder Pakistan. Immerhin ist mein Fahrzeug im Prinzip identisch. Bilder sagen mehr als Worte, aber trotzdem hier die Beschreibung wie ich es gemacht habe:
Schritt 1: Material besorgen
1,6 l Motoröl für 4T-Roller mit Freigabe nach JASO MA2 für Naskupplungen. Ich habe das LiquiMoly 15W-50 4T Street gewählt. (was schreibt Piaggio vor)?
1x Motoröl-Schraubfilter PIAGGIO 82635R, 483727 bzw 1A022356 oder vergleichbaren mit ca. Ø 50×67 mm und M14-Gewinde, wie der Mahle OC 731 (den ich verwendet habe) oder ein CHAMPION COF083.
Schritt 2: Werkzeug bereit legen
fusselfreies Tuch
Ratsche mit Steckeinsatz oder Ringschlüssel mit 24 mm Schlüsselweite
Trichter mit einem Stück Schlauch dran
universaler Ölfilterschlüssel mit Spannband + 10 mm Steckeinsatz
Ölauffangwanne
Bremsenreiniger
Gummi-Handschuhe
Schritt 3: Vorbereitung
Schritt 3.1: Das Beste gleich am Anfang – eine Runde mit der Ape fahren, denn wir wollen heißes Öl haben! Das fließt einfach besser aus dem Motor raus. Am Ende der Fahrt die Ape auf einem flachen und möglichst gut zu reinigendem Untergrund parken und entweder den Gang drin lassen oder die Handbremse ziehen – Haupsache die Ape rollt nicht weg! Ich habe sie dazu in die Garage gestellt.
Schritt 3.2: Verdeck weg! Dazu die Tenax-Knöpfe im Heck öffnen und das Stoffverdeck hochbinden. Wir wollen keine Ölflecken auf dem schönen weißen Verdeck haben!
Schritt 3.3: Die Motorklappe hinten öffnen. Mich hat sie gestört und so haben ich sie gleich komplett abgebaut. Dann kommt man besser an den Motor dran.
Schritt 3.4: Etwas unter den Motor legen, falls Öl daneben geht. Ich habe eine große, alte Pappe genommen.
Schritt 3.5: Die Ölauffangwanne unter den Motor stellen.
Schritt 4: Raus mit dem alten Öl
Schritt 4.1: Mit dem Steck- oder Ringschlüssel die Ölablassschraube lösen. Die liegt, wenn man von hinten auf den Motor schaut (also in Fahrtrichtung) rechts vom Zylinder an der tiefsten Stelle des Motors nachts – nicht nach unten wie man das gewöhnt ist!
Klingt einfach, war es bei mir aber nicht. Der unglaubliche Hulk arbeitet in der Werkstatt, welche den 1000-km-Ölwechsel an unserer Ape durchgeführt hat. Ich habe echt die Kraft meines rechten Beines gebraucht, um die Schraube mit dem Steckschlüssel gelöst zu bekommen!
Bitte keine Maulschlüssel oder verstellbaren Schraubenschlüssel nehmen: Dabei besteht die Gefahr, dass man sich die schöne, sechseckige Ölablassschraube rund dreht. Und dann schaut man blöde!
Falls Du auf der linken Seite eine Ölablassschraube findest, lass sie zu! Du würdest Dich wundern, wie schön goldgelb das Öl nach 5000 km noch ist bevor Du dir bewusst wirst, dass Du gerade das Getriebeöl abgelassen hast- und du keinen Plan hast, wie man das wieder hinein bekommt.
Schritt 4.2: Die Ölwanne genau unter die Ölablassschraube stellen, spätestens jetzt die Gummihandschuhe anziehen und die Ölablassschraube lösen. Gut festhalten damit sie nicht in die Wanne fällt. Aber wir haben zur Not ja die Handschuhe an. Oder?
Schritt 4.3: Hinter der Ölablassschraube sitzt ein kleines Plastiksieb als Vorfilter. Dieses herausziehen und mit Bremsenreiniger und dem Tuch reinigen. Danach so ablegen, dass keine Fremdkörper daran haften – also nicht auf den Boden legen!
Schritt 4.4: Da läuft es hin, das alte Öl. Während das läuft und tropft, können wir schon mal mit dem Bremsenreiniger und dem Tuch die Ölablassschraube putzen. Hängen Metallspäne am Magneten der Schraube? Ich hoffe nicht, denn sonst gibt esirgendwo ein abrassives Problem im Motor.
Schritt 5: Filter wechseln
Schritt 5.1: Den Ölfilter suchen. Er sitzt in Fahrtrichtung auch rechts seitlich am Motor – nicht weit von der Ablass-Schraube. Um Ihn von Hand zu lösen, hatte der grüne Werkstatt-Hulk diesen viel zu fest gezogen.
Wer Glück hat, der findet ein Werkzeug, dass den Ölfilter zu fassen bekommt. Er ist bei der Ape recht klein im Durchmesser und daher griff weder meine „Spinne“ noch das einstellbare Spannband. Ich habe das so gelöst, dass ich den Steckschlüssel (daher umgangssprachlich „die Nuss“) auf eine der abgeflachten Stellen des Ölfilters gestellt habe und beides zusammen dann mit dem Spannband-Schlüssel umfasst habe. So konnte ich den Ölfilter dann doch lösen.
Den Ölfilter mit dem Altöl bitte fachgerecht entsorgen, anstatt ihn im Vorgarten zu vergraben! Nein, auch nicht im Vorgarten vom Nachbarn!
Schritt 5.2: Neuen Ölfilter an der Gummidichtung mit etwas Altöl aus der Auffangwanne bestreichen und dann mit der Hand fest schrauben. „Mit der Hand fest“ reicht völlig. Sei nicht dumm, sei nicht wie Hulk.
Schritt 5.3: Das Schmutzgitter wieder in die Öl-Ablassöffnung einsetzten.
Schritt 6: Neues Öl dauf
Schritt 6.1: Nein, noch nicht das Öl drauf! Das würde unten wieder raus laufen. Also erst die Öl-Ablassschraube mit etwas Altöl bestreichen, denn diese hat bei der Ape eine Gummi-Dichtung!
Schritt 6.2: Die Ölablassschraube wieder fest ziehen. Aber nur etwas! Eine Angabe in Newtonmeter habe ich nicht gefunden. Da die Schraube eine Gummidichtung hat, hält sie dicht, auch wenn man sich nicht mit dem ganzen Gewicht auf das Verlängerungsrohr vom Schraubenschlüssel gestellt hat! Handfest reicht!
Schritt 6.3: Dann habe ich den Kunststoffschlauch auf die Tülle des Trichters gesteckt. Das untere Ende des Schlauches kommt in das Loch vom Peilstab. Zum Abmessen der Ölmenge habe ich mir einen Messbecher besorgt. Manche Ölkanister haben ein Sichtfenster. Langsam kippen.
Schritt 6.4: Nachdem das Öl im Motor ist, mit dem Peilstab nachmessen, ob die Menge wirklich stimmt. Der Ölstand sollte in der Markierung des Stabs liegen. Das ist ein wenig schwer auf dem Bild zu erkennen – so ein schönes, durchsichtiges frisches Öl is jetzt im Motor!
Schritt 6.5: Den Ölpeilstab jetzt wieder eindrehen und mit der Hand fest ziehen. Ja, mit der Hand, wenn du dran kommst. Ich habe eine Zange genommen, um ihn vorsichtig zu greifen. Aber der Kleine ist sensibel, ganz aus weichem Plastik.
Schritt 7: Probelauf und Probefahrt
Schritt 7.1: Den Motor an und die Öldruck-Lampe beobachten. Nach spätestens 2 s sollte sie aus sein.
Schritt 7.2: Eine Runde mit der Ape zur Probe fahren: Ist zwar nicht notwendig, aber immer wieder schön. Warum auch nicht?
Mit dem Öl haben wir jetzt nie nächsten 5000 km Ruhe, sagt Piaggio.
Dafür sollen wir alle 5000 km die Reifen reihum tauschen, damit sie sich gleichmäßig abfahren.
Wenn wir nicht 10.000 km oder ein Vielfaches davon auf dem Kilometerzähler haben, denn dann gibt es noch ein paar andere Dinge der Wartung auszuführen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Aber auch sonst ist es eine gute Möglichkeit mal eben mal nachzusehen, was die Ape sonst noch brauchen könnte. Ist genügend Luft in den Reifen? Brauchen wir einen neuen Luftfilter? Ist noch Wischwasser mit Scheibenfrostschutz im Tank? Oder wie wäre es mit einer Kontrolle der Scheinwerfer und Leuchten und des Bremsflüssigkeitsstands?
Sieben mal sieben – ist bekanntlich feiner Sand. So weit sind wir mit der Ape nicht, und keine Ape dieser Welt wird so viele Kilometer auf Ihrem Zähler darstellen können.
Immerhin hat unser Calessino auf der Rückfahrt von der Arbeit am Montag fünfmal die sieben angezeigt. In ihrem fünften Jahr ist sie nun auch schon. Im Schnitt fährt sie also keine 2000 km im Jahr!
Trotzdem schon eine kleine Leistung für ein kleines Fahrzeug mit drei Rädern und einem Zylinder. Vor allem, wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit nichts Ernsthaftes kaputtgegangen ist!
Es war ein warmer Frühlingsabend mit weichem Abendlicht, als der Kilometerzähler auf der Rückfahrt von de Arbeit nur noch 7777,7 km anzeigte.
Die karierte Fahne für den nächsten Tausender ist gefallen und vielleicht auch langsam für die gesamte Saison. Die endet traditionell zunächst erst einmal dann, wenn die Straßen gesalzen wurden. Das mag kein Auto und eine italienisch-indische Diva ganz bestimmt nicht.
Inzwischen bin ich geneigt zu behaupten, dass mal wieder nichts an der Ape passiert sei. Aber das stimmt so nicht. In der Tat ist einiges passiert, denn:
Es ist mir gelungen, den durchschnittlichen Benzinverbrauch der Ape auf unter 4 l/100 km zu drücken!
Die Ape hatte ihre erste Panne! Also einen technischen Defekt mit der Folge, dass nicht oder nur sehr eingeschränkt weitergefahren werden konnte. Wie eigentlich alles an der Ape war der Fehler recht simpel und ich habe ihn mit der Zange an meinem Taschenwerkzeug und einem Schraubenschlüssel unter einer Straßenlaterne beheben können.
Die Hauptuntersuchung der Ape ist inzwischen abgelaufen und ich muss mich dringend um einen Termin bei den Göttern im blauen Baumarktstrampler bemühen, damit ich einen neuen, bunten Aufkleber aufs Blechle bekomme. Sonst beschränkt nicht das Streusalz, sondern die Bedrohungslage eines Strafpunkts die Saison.
Die Ape hatte einen Totalausfall, was die Elektrik anging. Da kann sie nichts für und trotzdem konnte ich durch provisorische Maßnahmen pünktlich mein Kind abholen.
Ich habe der Ape an ein paar Stellen vor dem Winter einen verbesserten Rostschutz gegönnt und ein paar Lackstellen ausgebessert.
Was für ein schöner Tag im späten Herbst! Man könnte meinen, es wird noch mal richtig Sommer! Vor einer Woche sind wir aus dem Urlaub wiedergekommen, da hätten wir dieses Wetter gern gehabt. Es war eher kühl und bedeckt.
Wenn ich schon meinen Sohn zum Spielen in den nächsten Ort bringen muss, dann wäre an einem solchen Tag die Ape die erste Wahl. Blöd, dass der Wohnwagen noch vor der Calessino-Garage steht . Also doch die geschlossene Vierraddose.
Am Abend möchte der Spross wieder abgeholt werden. Es ist noch angenehm warm und vor allem ist der Wohnwagen in sein Winterlager verschwunden. Erwartungsvoll schiebe ich das Garagentor auf, springe auf den Fahrersitz, stecke den Schlüssel ein – und schaue blöd. Glücklicherweise sieht es niemand, denn es ist ja dunkel in der Garage. Alles ist dunkel: Die Hintergrundbeleuchtung des Tachos, die Scheinwerfer, die Kontrolllampen. Ich drehe den Schlüssel noch mal zurück und dann wieder in die Zündstellung, obwohl ja klar ist, dass das nicht helfen wird: Nichts. Alles dunkel.
Zur Illustration: So sieht das Cockpit der Ape in der dunklen Garage aus, wenn die Batterie keinen Strom mehr hat. Auf der anderen Seite der Kamera ebenfalls nicht zu sehen: Ein blöder Gesichtsausdruck des Ape-Fahrers.
Während mein Gehirn gerade mit der einen Gehirnhälfte versucht herauszufinden, wohin all der Strom der immerhin 40 Ah großen Batterie verschwunden sein könnte, kann die für Emotion zuständige Seite sich nicht entscheiden zwischen der Angst, zu spät zu kommen, oder der Scham über Misserfolg, wenn ich statt mit der versprochenen Ape doch mit dem Familienkombi vorfahre.
Die erste Idee: Sollte dieses blöde Bremspedal wieder geklemmt haben und die Batterie ist am Leuchten der Bremslichter ausgeblutet, während ich gemütlich im Urlaub verweilte? Ja, das Bremslicht funktioniert bei der Ape auch ohne eingeschaltete Zündung!
Das Rätsel um den Grund der technischen Niederlage löst sich schnell von selbst, als meine Fingerkuppen das linke Tastenfeld im Armaturenbrett betasten: Es liegen in der Regel gleichmäßig dort alle Schalter in Ihrer Ruhestellung. Heute nicht, mein selbst bemalter Schalter für die Musik ist an. In einem heldenhaften, aber auf die Dauer von zwei Wochen nicht zu gewinnenden Kampf hat also die großzügig dimensionierte Batterie der Ape den Bluetooth-Verstärker am Leben erhalten, bis sie ihr letztes Milliampère ausgehaucht hatte.
Der Verstärker funktioniert bis hinunter zu 6 V, die Batterie ist offensichtlich vollkommen startunfähig, leer, wie sie nur sein kann. Die Frage ist, ob sie das auch für immer bleibt und an dieser Aktion gleich komplett gestorben ist. Starterbatterien mögen es überhaupt nicht, wenn sie tiefentladen werden – billige indische vermutlich am allerwenigsten.
Bleiben noch zwei Fragen: Die Erste nach der Schuld. Habe ich selbst vergessen, den Verstärker auszuschalten? Ist er vielleicht aus Versehen beim Einbringen des Rostschutzwachs in den Fensterrahmen betätigt worden? Oder haben vielleicht zwei kleine Patschehändchen des Kleinen beim Spielen in der Ape den Schalter betätigt?
Die zweite Frage ist nun: Bekomme ich die Ape schnell in Gang oder muss ich wirklich im Schandwagen losziehen, um den Sohn noch vor dem Abendessen abzuholen?
Zum Glück stand vor der Garage noch die 12-V-Batterie des Wohnwagens in ihrem Behälter, die sonst den Rangierantrieb des Anhängers antreibt. Die war vollgeladen. Also die hintere Motorklappe geöffnet und mit dem Starthilfekabel die Ape zurück ins Leben geholt. Die Frage ist nur: Werden 15 min Fahrt reichen, um die Batterie ausreichend zu laden, damit das Bienchen für die Rückfahrt auch wieder anspringt?
Im Prinzip müsste es möglich sein, die Ape allein anzuschieben. Ich habe es bisher nie probiert. Und so ist einfach die Kiste mit der Startbatterie zusammen mit dem Kabel mitgefahren. Gebraucht habe ich sie nicht, denn in der Tat ist die Ape nach der Viertelstunde selbsttätig wieder angesprungen. Müde zwar, aber sie ging an! Tapferes, kleines Arbeitsbienchen.
Dafür ergibt die 90-Ah-Zusatzbatterie im Beifahrerfußraum einen wirklich guten Schwerpunkt in Kurven.
Zurück zu Hause in der Garage habe ich die Batterie an das Ladegerät gehängt. Mal sehen, ob sie einen dauerhaften Schaden davongetragen hat.
Mehr als ein halbes Jahr ist nun rum – und ich war dieses Jahr noch gar nicht mit der Ape zur Arbeit. Dabei kann sie da mal schön lang weglaufen und nicht immer nur Start-Stop und klein-klein! Mein Weg zur Arbeit sind 65 km – in jede Richtung.
Das Orakel von Meteosat versprach Sonne und Wärme und die Abwesenheit von Wasser. Perfekte Bedingungen, um mit offenem Verdeck den tristen Alltag in einen Genussrahmen zu setzen!
Als ich bei der Firma ankomme, stehen dort schon die Motorräder der Kollegen. Ich muss weit am Unterstand entlangfahren, um einen Platz für das Bienchen zu finden. Und was sehe ich dort? Wieder wartet dort ein altes Dreirad darauf, meiner Ape Gesellschaft zu leisten! Dieses Mal jedoch ist es nicht wie beim letzten Mal ein Krause Duo, sondern ein eisbonbonblau glänzender Messerschmitt-Kabinenroller KR200 aus den 1950er Jahren!
Was für ein schönes Gefährt – gleich viel Hubraum wie die moderne Ape, auch ein Cabriolet – dabei aber ein wenig schneller! ich schleiche noch einen Moment herum und bewundere das Gefährt. Es ist vermutlich das einzige Fahrzeug, bei dem man in der Betriebsanleitung nachlesen kann oder muss, wie man denn überhaupt einsteigt. Leider drängt dann das erste Meeting des Tages.
Wie man hier einsteigt, dafür gibt es eine Anleitung!
Als ich nach der Arbeit zurückkomme, ist der Kabinenroller verschwunden. Auf dem Rückweg komme ich am Maislabyrinth vorbei, das wir noch am Wochenende besucht hatten. Ich möchte mit der Drohne darüber hinwegfliegen und ein paar tolle Ansichten von der Ape in der Abendsonne machen. Die Drohne will das aber nicht – sie weigert sich, weit genug weg oder hoch genug zu fliegen. Irgendein Update fehlt ihr und sie möchte unbedingt nach Hause telefonieren. Später versuche ich ein paar Aufnahmen während der Fahrt mit 360-Grad-Kamera, aber auch die werden nichts. Die Stitching-Parameter passen nicht zu den Linsenkappen und überhaupt gibt kurz danach die Speicherkarte auf. Schade ist das, denn es ist ein wunderschöner Abend auf den Landstraßen.
Auf dem Weg in den Sonnenuntergang und nach Hause. Es ist ein wunderschöner Abend zwischen Feldern und Wiesen.
Es bleibt die „Freude am Fahren“ an sich und die Erkenntnis, dass manchmal die simple Technik die beste Technik ist.
Egal ob Ape oder Kabinenroller. Wobei ich den Roller gern mal ausprobiert hätte.
Es ist „Throwback Thursday“ und wir sind gerade zurück aus einem sonnigen Urlaub in der Bretagne.
Leider kann ich mich nicht erinnern, dieses Mal eine Ape gesehen zu haben. Das ist wirklich schade.
Aber vor sieben Jahren, im Sommer 2017, waren wir schon mal in der Bretagne. Statt im Finstere damals im Süden auf der Halbinsel Quiberon. Und dort erinnere ich mich sehr wohl, eine Ape gesehen zu haben:
Es war ein Classic Diesel. Ihr Besitzer besuchte damit die Strände und verkaufte uns Eis. Ein schönes Fahrzeug, ein leckeres Eis.
Oder zumindest so etwas Ähnliches. Das dachte ich mir beim Blick auf das Tablet, das der Kleine in der Hand hielt. So ist das mit Kindern von vier bis sechs Jahren: Kaum schaut man einmal weg, haben sie sich ein Tablet organisiert, YouTube angeworfen und schauen Dinge von zweifelhaftem Inhalt: Mickey Maus in diesem Fall. Schnell geschnitten, bunt, schrill und dafür ohne tieferen Inhalt oder – Gott bewahre – ein Lernziel.
Vielleicht ist auch beim ersten Blick meine Phantasie mit mir durchgegangen und es ist eine ältere Bajaj RE?
Nein, das passt auch nicht: Es gab die Bajaj wohl früher auch mit nur einer Lampe auf dem mitgelenkten Kotflügel – ähnlich wie bei einer Ape Faro-Basso. Aber solch eine alte Bajaj müsste dann die dreigeteilte Frontscheibe haben. Das Mäuse-Tuk hat aber eine gerundete, einteilige Frontscheibe – wie die Ape Calessino oder auch die modernere Bajaj RE.
Eine ältere Bajaj RE, aufgenommen von mir in Pune, Indien
VVermutlich ist es doch einfach nur ein generisches Tuk Tuk. Es fehlen so oder so die Blinker an der Front. Dazu haben diese beiden Tuk Tuks (wie auch alle anderen im Film, die regulär grün-weiß daherkommen) keine Trennwand hinter dem Fahrer. Da hat die Ape City aber eine dünne Wand, die Bajaj RE dazu noch einen deutlich sichtbaren Kasten aus Blech. Die Aufhängung des Vorderrades mit der geschobenen kurzen Gabel erinnert mich dann doch wieder an die Konstruktion der Ape seit Generationen.
Es ist also doch ein generisches Gefährt. Oder dramatischer sozusagen „Frankensteins Dreirad“.
Kaum ist die Neugierde geweckt, habe ich an anderer Stelle gleich ganz andere Details gefunden, bei denen Disney so nah an der indischen Realität ist, dass es verblüfft: die Ladung der kleinen Dreiräder und ihre ordnungsgemäße „Ladungssicherung“. Genau so habe ich es vor über einer Dekade in Indien erlebt!
Ich mag meinen Postboten, aber aus irgendeinem Grund hat er mir mein Paket heute nicht gebracht. Stattdessen bekomme ich die Benachrichtigung, dass es in der Packstation liegt.
Kein Problem, ich habe einen Zeitschlitz von genau 15 Minuten zwischen zwei Online-Besprechungen und nur einen guten Kilometer bis zur Packstation. Das sollte kein Problem darstellen. Eigentlich.
Kaum aus der Garage, treffen mich die ersten Regentropfen von oben, wo kein Verdeck ist. Ich ignoriere das Problem, denn es würde zu lange dauern, das Verdeck zu schließen.
Mit dem Paket auf der Rücksitzbank geht es zurück. Ich liege gut in der Zeit, die Straße vor mir ist blockiert. Es ist kein Durchkommen mehr. Mein Gegenverkehr hält sich an keine Regeln, hält direkt auf mich zu, zwingt mich zum Anhalten. Einige ziehen links vorbei, einige rechts. Einige bleiben genau vor meinem Vorderrad stehen und schauen mich blöd an. Einige streifen sogar meine Ape. Es gibt zwar Aufpasser, aber es sind zu wenige für zu viele Verkehrsregelverweigerer.
Seit heute weiß ich nun, dass eine Ape Calessino in den Federn wackelt, wenn ein ausgewachsenes Mutterschaf sich an ihr schubbert. Und auch, warum der Kotflügel über dem Vorderrad so heißt, wie er nun mal heißt.
Zur nächsten Besprechung bin ich 5 Minuten zu spät gekommen …
In Bremerhaven waren wir mit dem Fahrrad und nicht mit der Calessino unterwegs. Aber kaum hatten wir an der Weser einen der seltenen Webcam-Caches gemacht, kamen wir ein Stück weiter die Weser hinunter an dieser neueren Ape 50 ZAPC81 vorbei. Sie dient wohl dem Transport von Dingen zum Schiff, das hier scheinbar dauerhaft vertäut liegt.
Aber sieh selbst: Was für ein Meister der Kunst des Einparkens war hier am Werk? Es passen gerade zwei Finger zwischen die Vorderkante des Kotflügels und die Reling. Nein, diese Kante kann man vom Fahrersitz aus unmöglich einsehen! Nur eine Brettbreite bleibt hinten, um nicht mit dem Heck in den Uferweg zu ragen! Das ist eine Heldentat. Es wirkt, als wäre nicht diese Ape in diese Nische eingeparkt, sondern dieser Standplatz für genau diese Ape gebaut worden!